Zum Hauptinhalt springen

Kosovo: Unabhängigkeit für London Option

Von WZ-Korrespondent Ekrem Krasniqi

Europaarchiv

Alexander: "Lösung nicht einseitig." | UNO-Bericht vor Verhandlungsbeginn. | Pritina. So klar klang es noch nie. "Unabhängigkeit ist eine Option, über die wir nachdenken müssen", sagte der britische Europaminister Douglas Alexander am Mittwoch bei seiner Ankunft in Pritina, der Hauptstadt des Kosovo. Alexander schränkte allerdings ein, dass die Zukunft der Provinz weder einseitig noch durch Gewalt bestimmt werden kann. "Der endgültige Status muss in Verhandlungen festgelegt werden." Er müsse fair sein für alle ethnischen Gruppen und die Stabilität in der Region stärken. Eine Rückkehr zur Situation vor dem Kosovokrieg, als der Kosovo eine Provinz Serbiens war, 1999 schloss der Brite aus.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 18 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Äußerungen des britischen Europaministers sind um so wichtiger, als der UN-Sonderbeauftragte Kai Eide an einem Bericht über die Situation im Kosovo arbeitet. Der norwegische Nato-Botschafter soll diesen Bericht Ende September, Anfang Oktober UN-Generalsekretärs Kofi Annan vorlegen. Vom Bericht werden insbesondere Empfehlungen erwartet, ob die Verhandlungen über den endgültigen Status der Provinz aufgenommen werden sollen. Beamte sowohl der Nato wie auch der EU sagen übereinstimmend, dass Eide ein positives Bild von der Situation im Kosovo zeichnen und die Aufnahme von Verhandlungen empfehlen wird. Der Entscheid über die Aufnahme der Verhandlungen wird vom UN-Sicherheitsrat gefällt.

Status-Frage

Die Verhandlungen dürften dann von der sogenannten Kontaktgruppe mit Serbien und den Vertretern des Kosovo geführt werden. Der Kontaktgruppe gehören neben Großbritannien auch Deutschland, die USA, Russland, Frankreich und Italien an.

Nach Auskunft von Diplomaten sind sich die sechs Länder einig, dass die gegenwärtige Situation nicht beibehalten werden solle. Die Provinz steht seit 1999 unter UN-Verwaltung, gesichert wird sie durch die Kfor-Mission der Nato mit 17.000 Soldaten. Uneinig seien sich die sechs Länder aber über den endgültigen Status des Landes. Insbesondere die gegensätzlichen Positionen Belgrads und Pritinas hielten die Gespräche auf. Serbien lehnt die Unabhängigkeit ebenso konsequent ab, wie sie von den Vertretern des Kosovo gefordert wird.