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Krakows Kaffeekränzchen

Von Wolfgang Zaunbauer

Politik

Wien. "Es kommt mir eigenartig vor, wenn ein Staatsanwalt mit einem Verteidiger Kaffee trinkt", sagte Helmut Elsner am Montag im Bawag-Prozess (Tag 96). Er habe nämlich erfahren, dass Staatsanwalt Georg Krakow mit Herbert Eichenseder, dem Verteidiger des angeklagten Finanzjongleurs Wolfgang Flöttl, ein "Kaffeekränzchen" abgehalten habe. Außerdem habe er den Eindruck, dass Krakow dazu tendiere, "eher den Dr. Flöttl zu verteidigen", so Elsner.


Ob er dem Staatsanwalt damit Befangenheit unterstellen wolle, fragte Richterin Claudia Bandion-Ortner. "Wie Sie das halten, bleibt Ihnen überlassen. Aber es ist eigenartig", antwortete Elsner.

Krakow konterte gewohnt souverän. "Seit Juli 2007 trinken hier alle, die Kaffee trinken, den Kaffee aus meiner Maschine", so der Staatsanwalt (übrigens für 60 Cent pro Tasse). Außerdem sei es seine Art, jedem einen Kaffee anzubieten. Elsner versuche hier, ein Verfahren, das gegen ihn und Flöttl laufe, in ein Verfahren "Elsner gegen Flöttl" umzuwandeln. "Aber das ist kein Zivilprozess", so Krakow, der in einer Pause erklärte, nun auf Tee umzusteigen.

Opferanwalt bleibt Reiters Verteidiger

Christoph Herbst, der von der Niederösterreichischen Landesregierung zum Opferanwalt im Inzest-Fall von Amstetten bestellt wurde, bleibt im Bawag-Prozess Verteidiger des angeklagten Wirtschaftsprüfers Robert Reiter.