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Krasse Gegensätze

Von Christina Köppl

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Ist China ein kommunistisches oder ein kapitalistisches Land? Wahrscheinlich beides. Wolkenkratzer, Fast-Food-Ketten und Internet-Cafés prägen heute das Bild in einem modernen China.

Inwiefern dieses äußere Bild der inneren ideologischen Einstellung des Landes gleicht, das sich offiziell nach wie vor als kommunistisches Land definiert, versuchte arte dieser Tage im Rahmen des Themenabends "China - Geburt einer Weltmacht" zu beleuchten.

Eine Dokumentation ging der Frage nach, was vom Kommunismus im Reich der Mitte eigentlich geblieben ist und wie die Bevölkerung mit den scheinbaren Widersprüchen lebt. Seit Ende des Maoismus hat China einen großen Sprung gemacht: Mao-Uniformen und politische Parolen wichen zu Gunsten von Marketingparolen und Lobliedern auf den Wettbewerbsgeist.

Dadurch, dass China unter Deng Xiaoping eine Reihe marxistisch-leninistischer Prinzipien über Bord geworfen hat, schnupperte man erstmals am Kapitalismus. Wie lässt sich das mit dem Kommunismus vereinbaren?

Was im Westen als krasser Widerspruch erscheint, hat für die Chinesen durchaus Logik. Das Recht auf Privateigentum ist ebenso in der Verfassung verankert wie das Endziel der kom-munistischen Gesellschaft. Der "chinesische Sozialismus" bietet keine Arbeitsplatzgarantie, keine soziale Absicherung, aber organisierte Freizeitgestaltung zur Förderung des Kollektivdenkens. Dennoch: In China ist der Kommunismus ein Aushängeschild.