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Krimi um Money Service Group weitet sich aus

Von Kid Möchel

Wirtschaft

3000 Anleger der Samiv AG müssen mit 50 Millionen Euro Schaden rechnen. | Dornbirner Anwalt bastelt an einer Sammelklage gegen | Wirtschaftsprüfer.


Herisau/Dornbirn. Der mutmaßliche Anlagebetrugsskandal um die Liechtensteiner Money Service Group (MSG) und den deutschen Finanzzampano Michael Seidl bekommt jetzt eine neue Dimension.

Nach Angaben des Vorarlberger Anlegeranwalts Clemens Pichler sind allein bei der insolventen Schweizer Samiv AG, die zum Firmenkonglomerat der Money Service Group zählt, rund 3000 Anleger geschädigt. Der mutmaßliche Schaden soll etwa 50 Millionen Euro betragen.

"Die Anleger müssen mit einem Totalausfall rechnen, denn die Staatsanwaltschaft hat uns mitgeteilt, dass zwischenzeitig gesichert sei, dass seit 2003 keine Gelder der Kunden angelegt wurden", bestätigt Pichler der "Wiener Zeitung". "Bei den Schadenssummen gibt es von der Staatsanwaltschaft und der Konkursabteilung aber unterschiedliche Abgaben, sodass der Gesamtschaden noch nicht abschließend verifizierbar ist." Untersuchungshäftling Seidl, der die Betrugsvorwürfe bestreitet, soll laut Pichler in seiner Selbstanzeige angegeben haben, dass es Missstände im Zusammenhang mit den vorhandenen Geldern gibt, aber über die Gründe könne er keine Angaben machen.

Das Schweizer Konkursamt Appenzell-Ausserrhoden hat mittlerweile über die Samiv AG, deren Aktiva lediglich 50.000 Schweizer Franken betragen, den Konkurs eröffnet. Zugleich wird für die geschädigten Anleger unter der Internetadresse "www.betreibung-konkurs-ar.ch" eine Informationsplattform eingerichtet. Anlegeranwalt Pichler, der bereits hundert Investoren vertritt, will auch mit Sammelklagen gegen die früheren Samiv-Verwaltungsräte Michael Seidl, Maurice Edelmann und Hannes Zellweger vorgehen.

Der Geschädigtenvertreter zielt aber auch auf andere Haftungsadressaten ab, unter anderem auf die Wirtschaftsprüfer und die Finanzmarktaufsicht des Fürstentums. "Die Revisionsstellen, die das Investment jährlich überprüfen müssen, haben das anscheinend nicht ordentlich gemacht", sagt Pichler. Ende August berichtete das Liechtensteiner Volksblatt, dass die Vaduzer Staatsanwaltschaft im Liechtensteiner Ermittlungsverfahren bisher von einem Schaden in Höhe von 21 Millionen Euro bei der MSG ausgeht.