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Krise macht auch Ungarn zu schaffen

Von WZ-Korrespondentin Karin Bachmann

Europaarchiv

IWF will das Land unterstützen. | Budapest. Die Finanzkrise bringt auch Ungarn in Bedrängnis. Die Regierung will nun auf die geplante Steuerreform verzichten. Einen bereits im Vormonat im Parlament eingereichten Gesetzesentwurf ziehe das Kabinett ersatzlos zurück, hieß es am Montag.


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Das Allerschlimmste schien am Montag - zumindest vorerst - abgewendet. Der vergangene Woche auf ein Zweijahrestief abgestürzte Forint erholte sich am Montag auf 253,27 je Euro. Die Ungarische Nationalbank war zuvor stützend eingesprungen.

Der ungarische Börsenleitindex BUX legte am Montag im Lauf des Handelstages um knapp 5,6 Prozent zu, nachdem er am Freitag um 13 Prozent eingebrochen war. Hauptursache dafür war der Kurssturz der Aktien der größten ungarischen Bank OTP. Die Regierung hatte am Freitag eine Garantieerklärung für alle internationalen Darlehen der OTP abgegeben und angekündigt.

Premier Ferenc Gyurcsány erklärte, die erste Attacke der Finanzkrise auf Ungarn sei erfolgreich abgewendet worden. Es bleibe jedoch abzuwarten, welche Auswirkungen die Krise insgesamt habe.

Die Lage für das Nachbarland bleibt ernst. Nach Island könnte Ungarn das zweite Land sein, dem ein Staatsbankrott droht. Möglicherweise wird Ungarn als erster europäischer Staat IWF-Kredite beantragen.

Der IWF erklärte, er stehe deswegen in Gesprächen mit der Regierung in Budapest sowie mit Vertretern der EU und sei zur Unterstützung Ungarns bereit.