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Kritik als Anerkennung

Von Tamara Arthofer

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Englands neuer Teamchef Roy Hodgson hat den Boulevard noch nicht auf seiner Seite.


Man möchte lieber nicht Roy Hodgson sein. Ebenso wenig wie damals Marcel Koller, als eine in Österreich bis dahin beispiellose Kampagne gegen den neu bestellten Teamchef lanciert wurde, dessen einzige Verfehlung es war, keine Lokalikone gewesen zu sein. In England ist man Hetzkampagnen der Yellow Press ja gewohnt, dass ein Teamchef aber vor seinem Amtsantritt gleich auf der Titelseite einer großen Zeitung wegen seiner Aussprache verspottet wird, hat dem Ganzen nun eine neue Dimension gegeben. Man sollte meinen, Englands Fußball, der lange nicht mehr so gut ist, wie er glaubt, habe andere Probleme.

Hodgson hat jedenfalls schon jetzt einen schweren Stand, zumal die Öffentlichkeit sich Harry Redknapp als Teamchef gewünscht hat und der nun als BBC-Experte ganz bequem vom Studio aus die Leistungen Englands während der Euro zerpflücken kann. Andererseits kann Hodgson - wie damals auch Koller - die Vorschusskritik auch als Anerkennung verstehen: Wenn Argumente wie die Aussprache oder eben die Tatsache, nicht für Österreich gespielt zu haben, herangezogen werden, heißt das auch, dass noch keine fachlichen gefunden wurden.