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Kritik an Schwarzenegger-Rede

Von Ines Scholz

Politik

Das negative Bild, das der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger bei seiner Rede auf dem Parteitag der Republikaner von seiner einstigen Heimat gezeichnet hat, ist hier zu Lande auf heftige Kritik gestoßen.


Mit der Zitierung des berühmten Zitats von Ex-Bundeskanzler Bruno Kreisky - "Lernen Sie Geschichte" - kommentierte Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) Schwarzeneggers Aussage, er sei 1968 aus dem "sozialistischen Land" Österreich ausgewandert. Zu besagter Zeit regierte nämlich die ÖVP, die von Beginn der Zweiten Republik an bis 1970 den Bundeskanzler stellte. Erst danach kam mit Bruno Kreisky die SPÖ ans Ruder, zunächst mit einer Minderheitsregierung.

"Es ist schon merkwürdig, dass sich Arnold Schwarzenegger zu höchst seltsamer Österreich-Diffamierung hinreißen lässt", während er sich bei seinen Aufenthalten in der alten Heimat gerne mit großem Pomp hofieren lasse, beklagte sich auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos über dessen verzerrtes Bild von der Geschichte. Nach der Befreiung von der Nazi-Diktatur hätte nicht nur die Sowjetunion, sondern auch die USA, "England" und Frankreich Österreich besetzt, rückte der SP-Politker die Tatsachen zurecht. Schwarzenegger hatte in der Rede wörtlich gemeint: "Als ich ein kleiner Junge war, besetzten die Sowjets Teile von Österreich. Ich sah ihre Panzer in den Straßen. Ich sah den Kommunismus mit meinen eigenen Augen". Verwunderlich ist hierbei auch, dass dieser von einer kommunistischen Okkupation spricht, wo Österreich doch vielmehr von Nazi-Deutschland besetzt war und die Russen, gemeinsam mit den übrigen Allierten, kamen, um das Land aus dem Würgegriff der Nationalsozialisten befreiten.