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Kroaten ziehen in serbische Botschaft

Von Alexander U. Mathé

Europaarchiv

Aufteilung der diplomatischen VertretungenEx-Jugoslawiens. | Wien/Zagreb. Die Aufteilung der Botschaftsgebäude des ehemaligen Jugoslawiens an seine Nachfolgestaaten steht kurz vor dem Abschluss. Die grundsätzliche Einigung der völlig autonom agierenden gemeinsamen Kommission über die 44 Immobilien erfolgte bei einem Treffen dieser Tage in Zagreb.


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Besonders betroffen davon ist Wien, denn das Gebäude am Rennweg im dritten Wiener Gemeindebezirk, in dem sich derzeit die serbische Botschaft befindet soll an Kroatien übergehen. Dies berichteten kroatische Zeitungen in ihren Weihnachtsausgaben.

Keine Seite glücklich über Entscheidung

Die Nachricht wurde auf beiden Seiten mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Empfehlung für die Umdisponierung hat es laut Auskunft beider Botschaften weder von kroatischer noch von serbischer Seite gegeben.

Dass in der Angelegenheit das letzte Wort gesprochen sei, glauben die serbischen Diplomaten in Wien nicht. "Wir wissen von den Gesprächen in Zagreb und der dort getroffenen Entscheidung. Ob dies die praktischste Lösung war und wie diese umgesetzt werden soll, wird wieder Objekt von Verhandlungen sein", sagte ein ranghoher Diplomat im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Besonders delikat dürfte in diesem Zusammenhang die Lage des Botschaftsgebäudes sein. Ist es doch bei der serbisch-orthodoxen Kirche gelegen, in der 1901 der in Wien verstorbene erste serbische König, Milan Obrenovic, aufgebahrt worden war.

Auch auf kroatischer Seite sind die Diplomaten mit der Entscheidung nicht ganz glücklich. Pflegt man doch mit den serbischen Kollegen ein sehr gutes Verhältnis. Und manch einem tut es für seine serbischen Kollegen leid.

Das nächste Kommission-Treffen ist Mitte Jänner in der mazedonischen Hauptstadt Skopje geplant.