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Kroatien: Lobbying für Beitritt zur EU

Von Sissi Eigruber

Europaarchiv

Vom 13. bis 15. April findet in Zagreb das Crans Montana Forum statt. Aus Sicht des kroatischen Botschafters in Österreich, Zoran Jasic, eine weitere Gelegenheit, die EU-Reife des Landes unter Beweis zu stellen.


Mehr als 300 hochrangige internationale Vertreter werden zur Diskussion über die wirtschaftliche Entwicklung Kroatiens zusammen treffen. Dabei werden unter anderem die Themen Verkehr, Ausbildung, Energie, regionale Zusammenarbeit und speziell die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität sowie die Durchsetzung von juristischen Normen im Mittelpunkt stehen, erklärte Jasic gestern vor der Presse in der kroatischen Botschaft in Wien.

Kroatien habe als Mitgliedsland des Europarates (seit 1996) bereits unter Beweis gestellt, dass es "ein verlässlicher europäischer Partner ist", erklärte der ehemalige Generalsekretär des Europarates, Walter Schwimmer. "Wir wollen unter Beweis stellen, dass Kroatien die rasche Aufnahme von Verhandlungen verdient". Ursprünglich hatte man gehofft, dass das Crans Montana Forum bereits im EU-Beitrittskandidatenland Kroatien stattfinden wird, nun solle es eben dazu dienen die Beitrittsbereitschaft unter Beweis zu stellen. Zum Forum werden unter anderem die Ministerpräsidenten von Bosnien-Herzegowina und Montenegro sowie der serbische Vizeministerpräsident erwartet. Die politischen Beziehungen zu den Nachbarländern seien verbessert worden, betonte Jasic. Auch das unterstreiche, "dass Kroatien ein Stabilitätsfaktor für die Region geworden ist", sagte Schwimmer.

Der ursprünglich für März geplante Beginn für die EU-Beitrittsverhandlungen wurde wegen mangelnder Zusammenarbeit Kroatiens mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag auf unbestimmte Zeit verschoben. Schwimmer meint hingegen, dass die Zusammenarbeit mit dem Tribunal bereits unter Beweis gestellt worden sei und fordert von der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft mehr Mithilfe bei der Suche nach mutmaßlichen Kriegsverbrechern - auch in Bosnien-Herzegowina und Serbien-Montenegro, wo es, so Schwimmer, schon Gelegenheiten gegeben hätte, Beschuldigte aufzugreifen.