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Kroatien will Umfeld für Investitionen verbessern

Von Sissi Eigruber

Europaarchiv

Für einen EU-Beitritt Kroatiens gleichzeitig mit Rumänien und Bulgarien, also voraussichtlich 2007, sprach sich der Präsident der Wirtschaftskammer Österreichs (WKÖ), Christoph Leitl, gestern anlässlich des Kroatien-Tages in der WKÖ aus.


"Wir werden bis 2007 die Voraussetzungen für den EU-Beitritt erfüllen", zeigte sich auch Nadan Vidoseviæ, Präsident der kroatischen Wirtschaftskammer, optimistisch und lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Österreich in den höchsten Tönen. Marija Pejèinoviæ-Buriæ, Staatssekretärin für europäische Integration, sagte, sie rechne mit einem Beginn der Beitrittsverhandlungen im Frühjahr 2005. Unterstützung für die EU-Ambitionen erhielt die kroatische Delegation auch vom österreichischen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Er bekräftigte das österreichische Interesse an einem Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union.

Österreich ist Kroatiens viertgrößter Handelspartner. Das Volumen der Exporte nach Kroatien belief sich im Jahr 2003 auf 1,03 Mrd. Euro und die Tendenz ist steigend: Bis Juli 2004 wurde heuer ein Plus von 18,1% verzeichnet.

Die Importe aus Kroatien befanden sich mit 402 Mio. Euro (2003) noch auf einem niedrigen Niveau, das in der ersten Jahreshälfte 2004 mit plus 43,3% stark gestiegen ist. Genau in diese Richtung soll es nach Wunsch des kroatischen Wirtschaftsministers Branko Vukeliæ weitergehen: "Wir wollen die Wirtschaftsbeziehungen ausweiten und vor allem die kroatischen Exporte steigern", sagte Vukeliæ vor Journalisten.

Neue Agentur für Investoren

Um Kroatien für ausländische Investoren und Kooperationspartner attraktiver zu machen, kündigte Vukeliæ folgende Maßnahmen an: Eine Investitionsförderungs-Agentur soll in Kürze eröffnet werden und nach dem "one-stop-shop-Prinzip" speziell ausländische Investoren unterstützen. Die bürokratischen Abläufe sollen einfacher und effizienter werden, und Vukeliæ kündigt auch Reformen zur Verbesserung der Rechtssicherheit an. Um das große Handelsbilanzdefizit Kroatiens zu verkleinern, werde Kroatien insbesondere Investitionen in exportorientierte Produktionsstätten fördern. "Die Lösung für unsere Probleme lautet 'Export'", betonte auch Vidoseviæ. Investitionsmöglichkeiten ortet Vukeliæ in mehreren Branchen: Tourismus, Schiffbau, Elektrogeräte, verarbeitendes Gewerbe, Holzindustrie und Landwirtschaft. So versuche Kroatien etwa für 8 bis 10 landwirtschaftliche Kombinate (ehemalige sozialistische Großbetriebe) Partner zu finden. Potenzial sieht Vukeliæ auch in der ökologischen Landwirtschaft: "Kroatien hätte dafür die Voraussetzungen, aber dessen sind wir uns vielleicht noch zu wenig bewusst."