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Kroatiens langer Weg in die EU

Von Sissi Eigruber

Europaarchiv

"Wissenschaft und Forschung" erstes Verhandlungskapitel. | Wien. Wettbewerbsfähigkeit, Landwirtschaft und Umweltschutz - in diesen Bereichen erwartet der kroatische Chefunterhändler Vladimir Drobnjak bei der Umsetzung der EU-Kriterien die größten Schwierigkeiten. Das oft kritisierte kroatische Justizsystem hingegen verteidigt er: "Ich glaube, dass die Rechtssicherheit relativ gut ist, nur das Justizsystem muss effizienter werden", sagte Drobnjak am Freitag im Rahmen einer Kroatien-Veranstaltung der Europäischen Kommission in Wien.


Am 3. Oktober 2005 haben die EU-Außenminister die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien beschlossen, nun gilt es Kapitel um Kapitel des so genannten Aquis communautaire - also des gemeinsamen Rechtsstandes, der Voraussetzung für den EU-Beitritt ist - zu erarbeiten. Dafür gelte es schwierige Regeln zu erfüllen, betonte Drobnjak. Denn im Gegensatz zu den bisherigen Beitrittsländern müssten die neuen EU-Kandidaten schon bestimmte Bedingungen (Benchmarks) erfüllen, damit überhaupt mit der Verhandlung eines Kapitels begonnen wird. Der Chefunterhändler hofft, dass der Startschuss für die ersten Kapitel noch während des österreichischen EU-Ratsvorsitzes fällt.

"Wissenschaft und Forschung" werde voraussichtlich das erste Kapitel sein hier seien die Vorprüfungen (Screenings) schon abgeschlossen, "Bildung und Kultur" könnten bald folgen, erklärte Martin Sajdik, im österreichischen Außenministerium für EU-Angelegenheiten zuständig.