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KSV1870 zieht sich aus Deutschland zurück

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Minderheitsgesellschafter KSV1870 ist Geschädigter der GSV-Service-Pleite.


Wien/Köln. Die Insolvenz der GSV Service GmbH, 51-Prozent-Tochter des Vereins Gläubigerschutzvereinigung Deutschland (GSV) um Professor Hans Haarmeyer, schlägt auf den österreichischen Kreditschutzverband (KSV1870) durch. "Wir sind einer der größten Geschädigten, wir waren in der GSV Service GmbH Minderheitsgesellschafter und nie in der operativen Geschäftsführung tätig", sagt Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, zur "Wiener Zeitung". "Der Verein GSV hatte uns eingeladen, unser Know-how zur Verfügung zustellen. Denn der Verein hat sich über Jahre Gedanken über die Einschätzung des Marktes der ungesicherten Gläubiger gemacht, die dann aber in der Umsetzung nicht Niederschlag gefunden haben." Nachsatz: "Wir haben im Frühherbst schon gesehen, dass sich das nicht ausgeht, wie sich das die Leute vom Verein vorgestellt haben. Wir sagten dem Verein, wir steigen aus, er soll sich einen neuen Partner suchen." Das habe der Verein aber nicht zustande gebracht. Damit stand die Liquidation der GSV Service GmbH im Raum.

"Der Hauptgesellschafter war nicht in der Lage, das Unternehmen weiterzuführen. Dass es eine Insolvenz wurde, macht uns keine Freude", sagt Nejedlik. "Uns ist das alles andere als angenehm, denn wir haben dort einen nicht unwesentlichen Betrag investiert." Nachsatz: "Die Erfolge der sogenannten Repräsentanten, die die Vertriebsaktivitäten durchführen hätten sollen, waren derart desaströs, dass wir nicht mehr bereit waren, zu finanzieren." Zugleich sei es zu Fehleinschätzungen von der Geschäftsführung der GSV Service gekommen. Damit ist für den KSV1870 das Deutschland-Kapitel beendet. Laut dem deutschen Branchenmagazin "Indat-Report" sollen 3,6 Millionen Euro in die GSV Service GmbH geflossen sein, die erst im Februar 2011 operativ gestartet war.