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Kulterer auf freiem Fuß

Von WZ Online

Wirtschaft
Dem Landesgericht Graz wurden 500.000 Euro Kaution übergeben.
© Keystone

Meinl Bank erzürnt über geringere Höhe der Kaution: "Zweierlei Maß". | Klagenfurt. Fast auf den Tag genau drei Monate nach seiner Festnahme am 13. August hat Wolfgang Kulterer am Donnerstag die Justizanstalt verlassen. Der frühere Vorstandschef der Kärntner Hypo Alpe Adria musste geloben, "bis zur rechtskräftigen Beendigung des Strafverfahrens weder zu fliehen noch einen Versuch zu unternehmen, die Ermittlungen zu erschweren".


Basis der Enthaftung des Ex-Bankers war die (mit Montag, 8. November datierte) Entscheidung des Oberlandesgerichtes Graz die eine Freilassung gegen Kaution vorsah. Gegen diese Entscheidung gab es keine Anfechtungsmöglichkeiten mehr. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker hatte noch am Vormittag erklärt, es werde sehr schwierig werden, die geforderte Summe von einer halben Million Euro aufzubringen, Kulterer habe "nicht mehr viele Freunde". Bis zu Mittag hatte er es dann aber doch geschafft.

Kulterer ist wegen Untreue in zwei Fällen angeklagt, die damit zusammenhängende Schadenssumme beträgt 2,15 Mio. Euro. Ein Termin für den Schöffenprozess, bei dem es um die Kreditvergaben an Styrian Spirit und Dietmar Guggenbichler geht, steht vorerst noch nicht fest.

Für 14.00 Uhr war allerdings die erste Tagsatzung im Arbeitsgerichtsverfahren angesetzt, das die Hypo Alpe Adria Bank gegen ihren ehemaligen Vorstandsdirektor und zwei weitere Manager anstrengt. Es geht ebenfalls um diese beiden Kredite, die Bank will Schadenersatz.

Meinl Bank erzürnt: "Zweierlei Maß"

Dass die 500.000-Euro-Kaution, die Kulterer für seine Freilassung aufbringen musste, nur einen Bruchteil der seinerzeitigen Kaution für den Banker Julius Meinl ausmacht, erzürnt die Meinl Bank. Dem Banker Julius Meinl V. hatte erst eine Kaution von 100 Mio. Euro im April 2009 nach eineinhalb Tagen Untersuchungshaft die Freiheit gebracht.

"Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", kritisierte Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl. Er wirft der Staatsanwaltschaft einmal mehr vor, im Fall Meinl "skandalös vorverurteilend" vorzugehen. (APA)

Der tiefe Fall eines ehrgeizigen Bankers