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Kultur-Schock

Von István Orbán

Kommentare

Montag ist für mich Kulturtag, und üblicherweise mit Freude verbunden. Der vergangene Montag war auch Kulturtag, nur mit der Freude wollte es nicht so recht klappen; aber wie sollte es auch: Die

Erben von Ingeborg Bachmann ziehen den Namen für den Bachmann-Preis zurück. Gerard Mortier möchte seinen Vertrag schon nach Ende der diesjährigen Salzburger Festspiele auflösen. Elfriede Jelinek

erteilt für ihre Stücke Aufführungsverbot in Österreich. Valie Export lehnt die Annahme des Kokoschka-Preises von der gegenwärtigen Bundesregierung ab. Die Schule für Dichtung verlässt Österreich.

Raimund Abraham, Architekt des österreichischen Kulturinstituts in New York, will die österreichische Staatsbürgerschaft zurücklegen. Zubin Mehta will bis auf Weiteres nicht mehr in seine Wahlheimat

Österreich reisen. · Soweit die Kulturnachrichten vom Tage. Später, in "Treffpunkt Kultur", sagte Franz Morak auf Barbara Retts Frage, ob seine Ernennung zum Staatssekretär für Kunst und Medien im

Bundeskanzleramt bedeute, dass die Kunst auch weiterhin Chefsache sei: "Die Kunst ist Chefsache, weil ich bin der Chef." · Na also. Zum Trost: Neo-Meinl-Kaffee-Werber Claus Peymann findet es

sympathisch, dass "in Zeiten der hereinbrechenden Finsternis in diesem Land das Logo dieser Firma ein Mohr ist". Und Regie-Altmeister István Szabó meinte, er habe noch Hoffnungen (auf eine bessere,

humanere Politik mit Visionen), also Illusionen. Und zuletzt noch ein ganz großes Kompliment an den Fotografen Matthias Cremer für seine genialen Schattenbilder von Haider und Schüssel im

"Standard" vom vergangenen Freitag.