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Kulturferne in der heimischen Politik

Von Stefan Beig

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Abgründe traten jüngst in einem "Presse"-Interview zutage. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sagte dort, er empfinde es "nicht als cool, dass man vielerorts keine Österreicher mehr findet. Es sind auch vor allem kulturferne Nationen aus dem islamischen Raum: Türken, Araber, Schwarzafrikaner." Und: "Ich will nicht, dass noch mehr Kulturfernes ins Land hereinschwappt", und auch nicht, "dass bei uns Türke neben Araber neben Schwarzafrikaner ein Lokal nach dem anderen eröffnet."

Fast noch skandalöser als diese Aussagen ist ihr unwidersprochener Abdruck und das Ausbleiben jeglicher politischer Reaktionen. "Kulturfern" heißt im Grunde "ohne Kultur", und damit benennt Vilimsky abwertend das Unterscheidungsmerkmal zu Einheimischen. Ob sich die von ihm als "kulturfern" bezeichneten Menschen" als Österreicher sehen oder die Staatsbürgerschaft haben, ist egal. Vilimsky ist es erst, der sie "fremd macht" - und ihnen ihr "Fremd-Sein" vorwirft. Er erwähnt nicht einmal soziale oder sprachliche Probleme. Ihn stören vor allem die neuen Lokale, die freilich Arbeitsplätze schaffen.

In Zeiten einer krisengeplagten Politik wettert ein Oppositionspolitiker mit rassistischen Aussagen unwidersprochen gegen die Bevölkerung - nicht gegen die Regierung. Ist der Politik das Wohl der Gesellschaft überhaupt wichtig?