Zum Hauptinhalt springen

Kulturfragen

Von Stefanie Holzer

Kommentare

Am Montagabend bewillkommnete Barbara Rett im bodenlangen roten Kleid ihre Zuschauer und ihre Gäste bei "Treffpunkt Kultur" (ORF 2, 22.30 Uhr). Ein kongenial einwandfreies Erscheinungsbild zur

Gastgeberin bot Marcel Prawy, der mit dem neuen Volksopern-Chef Dominique Mentha über Sinn und Unsinn der Operette debattierte. Prawy verwahrte sich gewohnt charmant und konzis in der Rede gegen

allzu kritisch-kecke Regieeinfälle; was Mentha dazu meinte, blieb der Verfasserin verborgen, da sich im heimischen Auditorium plötzlich eine extra-operettliche Ästhetikdiskussion darüber entwickelt

hatte, wie es ein Arbeiter der Kunst über sich bringt, ohne Krawatte mit offenem Hemd und irgendwie viel zu langen Hemdärmeln in eine Runde bürgerlicher Vornehmheit zu stoßen? Lag darin eine

Botschaft? Wenn ja, was besagte sie? Und: Wer sandte sie an wen?

Der Höhepunkt des eher unspektakulären Abends war kurz, dafür jedoch zweiteilig: Erstens wurde der Schriftsteller Ernst Molden von Barbara Rett überraschend gefragt "Wie geht es Ihnen mit Gut und

Bös?" Und zweitens · sie blieb im pädagogisch-psychologischen Fahrwasser · wurde der aufstrebende Musiker Ernst Molden von der Gastgeberin mit dem tantig-aufmunternden Ausruf "Toll!" beehrt, als er

von seiner bevorstehenden ersten Tournee berichtete. Molden kann, denke ich, nicht sehr viel dafür, dass man den Eindruck hatte, etwas eher Merkwürdiges erlebt zu haben.