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Kundenschwund in den Sonnenstudios

Von Rosa Eder

Wirtschaft

In die heimischen Bräunungs- und Sonnenstudios ist das große Frösteln eingezogen: Seit dem schicksalhaften 11. September 2001 sind die Umsätze um 20 bis 30% zurückgegangen. Zum Jammern hat das relativ junge freie Gewerbe - die ersten Studios gab es Mitte der 80er Jahre - aber keine Zeit. Kurzentschlossen wurde 2003 zum "Jahr der Sonne" ausgerufen, um die Kunden wieder zurückzugewinnen.


Die Zahl der "reinen" Sonnenstudios mit mehr als drei Geräten liegt in Österreich derzeit bei etwa 500, zählt man Fitness- und Kosmetikstudios sowie Badeanstalten dazu, die über Solariumanlagen verfügen, kommt man auf 1.500 bis 2.000, schätzt Harald Slauschek, Geschäftsführer der Sun & Fun Franchising GmbH und Präsident des SonnenlichtForum Austria, eines international akkredidierten Vereins zur Vertretung der Interessen der Solarienbranche in Österreich.

"Die einen sperren zu, die anderen auf", beschreibt Slauschek das Kommen und Gehen in der Branche. Co-Geschäftsführer Herbert C. Lechner spricht von einer Marktbereinigung, bei der nur jene Bräunungsstudios am Leben bleiben würden, die auf Qualität setzten. So wird etwa vom SonnenlichtForum Austria ein Gütesiegel vergeben.

Doch das beste Image nützt nichts, wenn die Kabinen leer bleiben. Negative Schlagzeilen über die weitere konjunkturelle Entwicklung und Unsicherheit im Umgang mit der neuen Währung führten dazu, dass bei nicht unbedingt lebensnotwendigen Ausgaben gespart werde, begründet Slauschek die Abkehr der Österreicherinnen und Österreicher von der künstlichen Sonne. Mit der im Jänner 2003 startenden Imagekampagne "Jahr der Sonne" (siehe Kasten) will die Branche die Bevölkerung davon überzeugen, dass sie sich trotz Wirtschaftsflaute ab und zu etwas Gutes gönnen sollte und damit die Umsätze wieder ankurbeln.

Ein reines Sonnenstudio setze etwa 15.000 bis 20.000 Euro im Jahr um, bei Fixkosten von im Schnitt 10.000 bis 15.000 Euro, rechnet Lechner vor. Der Preis für die Geräte bewegt sich nach Angaben von Slauschek in einem Rahmen von 10.000 bis 25.000 Euro, mit fünf Jahren Abschreibungszeitraum. Solarienbetreiber in spe können das unternehmerische Risiko mithilfe eines Franchise-Partners wesentlich minimieren. Sun & Fun stellt sein Know How mittlerweile 28 Sonnenstudios in ganz Österreich zur Verfügung. Studios, die auf Franchise-Basis arbeiten, haben laut Lechner eine Drop-Out-Quote von 5%, bei "normalen" Studios seien es hingegen 30%.