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Kurzfristiges Denken regiert

Von Matthias Nagl

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Der Streit um die Punkteregelung ist die offensichtlichste Hürde, die dem österreichischen Eishockeynachwuchs im Weg steht. Seit dieser Woche steht fest, dass es frühestens 2013 eine neue Regelung gibt, die verhindert, dass sich die Klubs mit mittelklassigen Legionären eindecken. Als Placebo zur Nachwuchsförderung verabreichen sich die Klubs eine U20-Liga, die in ähnlicher Form für die österreichischen Klubs freilich schon existiert. Diese Liga wird den Talenten also ebenfalls nicht die erhoffte Spielpraxis auf hohem Niveau bringen. Aber auch eine Reform der Einsatzregelung zugunsten der jungen Spieler wäre in Wahrheit nur ein plakativer Schritt Richtung Nachwuchsförderung. Denn das einzig nützliche, freilich auch nicht garantiert erfolgsversprechende Mittel wäre eine signifikante Erhöhung der Nachwuchsbudgets. Professionelle Trainer und ein ebensolches Umfeld auch im Nachwuchs würden den Klubs früher oder später konkurrenzfähige Eigenbauspieler zuliefern. Doch dieses Engagement müsste von den Klubs ausgehen und über mehrere Jahre aufrecht bleiben. Solange diese aber keinen erhöhten Nutzen in ernsthafter Nachwuchsförderung sehen, wird wenig passieren. Denn wenn ein Klub nicht weiß, wie er die kommende Saison bestreiten soll, ist es in sich logisch, dass er nicht für fünf Jahre oder länger im Voraus denken will. Dass Österreichs Eishockey sich mit solchen Zukunftsperspektiven eher Richtung Dritt- statt Erstklassigkeit bewegt, steht auf einem anderen Blatt.