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Kurzurlaube statt Sommerfrische

Von Petra Medek

Wirtschaft

Mehrere Kurzurlaube anstatt einer langen Sommerfrische - dieser Trend prägte die abgelaufene Sommersaison. Von Mai bis Oktober 2000 wurden in Österreich weniger Nächtigungen, aber mehr Ankünfte und ein höherer Umsatz verzeichnet.


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Vor allem die um 10,8% gesunkenen Ausländer-Nächtigungszahlen im August führten zu einer in der Sommersaison insgesamt rückläufigen Nächtigungsentwicklung um 2,6% auf 59,63 Millionen Nächtigungen. Auch die immer kürzer werdende Aufenthaltsdauer - im Sommer 2000 blieben die Gäste im Schnitt 4,1 Tage, 1973 waren es noch 6,8 Tage - habe zu dem schwachen Ergebnis der Sommersaison beigetragen, wurde am Montag in einer Pressekonferenz der Statistik Austria (ST.AT) bekannt gegeben.

Nach ersten Schätzungen des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) sind die Tourismusumsätze im Sommer 2000 um rund 5,4% auf 103,6 Mrd. Schilling gestiegen. Bei den Ankünften ergab sich gegenüber der vorigen Sommersaison ein Plus von 0,9%, wobei die Ankünfte der Inländer um 4,0% zulegten, jene der ausländischen Gäste gingen leicht um 0,6% zurück.

Deutschland ist weiterhin nächtigungsstärkstes Land

Im Ländervergleich kommen mit 44% die meisten Österreich-Gäste nach wie vor aus Deutschland, 30,8% der Nächtigungen entfallen auf Österreicher, gefolgt von den Niederlanden mit 4,5%.

In der abgelaufenen Saison waren vor allem die Nächtigungsrückgänge von Gästen aus Deutschland (minus 5%) sowie aus den Niederlanden (minus 12%) ausschlaggebend. Mit minus 19,4% schrumpfte die Zahl der Gäste aus Frankreich am stärksten. Diese stellten absolut jedoch nur 1,6% der Nächtigungen, betonte der ST.AT-Referatsleiter für Tourismus, Peter Laimer. Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann wollte dies nicht auf die EU-Sanktionen gegen Österreich zurückführen; ihren Informationen zufolge seien die Rückgänge auf den rückläufigen Bustourismus aus Frankreich zurückzuführen.

Deutliche Zuwächse bescherte die Dollar-Parität bei den Gästen aus den USA, deren Nächtigungszahlen um 25,9% kletterten. Vermehrt kamen im Sommer auch Gäste aus Großbritannien (plus 10,1%) sowie der Schweiz (plus 2%) nach Österreich.

Trend zu hochqualitativen Unterkünften und Wellness

Weiters zeichne sich ein Trend zu höher qualitativen Unterkünften ab, erklärte Rossmann. Vier- und Fünf-Stern-Hotels konnten Nächtigungszuwächse in Höhe von 5,1% verbuchen, während die Zahl der Nächtigungen in Privatquartieren um 8,7% und in privaten Ferienwohnungen und -häusern um 3,8% zurückging. Einzige Ausnahme: Der Urlaub am Bauernhof. In diesem privaten Segment stiegen die Nächtigungszahlen deutlich um 7,4%. Unangefochten sei auch die Tendenz zu Wellness-Aufenthalten, so die Staatssekretärin. Zuwächse gab es auch im Städtetourismus. Hier legten die Nächtigungen in der Sommersaison um 1,6% zu. Vor allem Österreicher besuchten die heimischen Städte (plus 5,1% bei den Nächtigungen), die Zahl der Ausländernächtigungen stieg um 0,8%. Am stärksten konnte Bregenz zulegen (plus 11,4%), Wien blieb gegenüber der vorigen Sommersaison unverändert.

Umsatzzuwachs im Gesamtjahr 2000

Die gute Wintersaison 1999/2000 habe die darauf folgende schwächere Sommersaison jedoch weitgehend auffangen können. Insgesamt wurden in Österreich 113 Millionen Nächtigungen verzeichnet. Im Schnitt des gesamten Kalenderjahres 2000 wird ein Zuwachs von knapp 7% erwartet, so Rossmann weiter. Damit wurden heuer rund 213 Mrd. Schilling im Tourismus umgesetzt. Von Einbußen in der laufenden Wintersaison könne noch nicht die Rede sein, meinte Rossmann. Die Buchungslage zu den Weihnachtsfeiertagen sei sehr gut, aufgrund der fallenden Temperaturen könnten nun auch Beschneiungsanlagen in Betrieb genommen werden. Um den Wintertourismus verstärkt anzukurbeln, werde es im Jänner 2001 eine Werbekampagne zum Thema Skifahren in höheren Lagen geben, eine weitere Werbeaktion unter dem Schlagwort "Sommerskilauf" soll die Saison im Frühjahr verlängern.