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Kuscheln bis zur Neuauflage

Von Brigitte Pechar

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Das erste große Kanzlerduell - im Privatfernsehen Puls 4 - am Montagabend war sehr erhellend. Weniger wegen der klaren Ansagen von Kanzler Werner Faymann oder Vizekanzler Michael Spindelegger, als dem ganz offensichtlichen Bemühen der beiden, sich auf keinen Fall weh zu tun. Die amikale Begrüßung der beiden kann als Synonym für den gesamten Abend stehen. Da wollte keiner dem anderen großen Schaden zufügen. Vielmehr ging es darum, die gemeinsame Regierungsarbeit möglichst gut zur vertreten. Mit ein wenig "ja, aber" von Spindeleggers Seite. Das ist völlig legitim: Beide wollen der nächsten Regierung wieder angehören. Da ist die Opposition der natürliche Hauptgegner. Der Kanzler ist als Titelverteidiger ohnehin in einer defensiven Position, aber auch der Vizekanzler kann seine bisherige Regierungsarbeit nicht ganz verleugnen und dreht daher nur an kleinen Rädchen. Hinzu kommt, dass weder Faymann noch Spindelegger aggressive Charaktere sind. Ob es zwischen den beiden wirklich einen Nichtangriffspakt gibt, werden die zwei noch geplanten Kanzlerduelle zeigen. Dass SPÖ und ÖVP sich auf weitere fünf Jahre im Regierungssattel einrichten, lassen die Gerüchte um mögliche künftige Ressorteinteilungen vermuten: Die SPÖ redet davon, das Gesundheits- mit dem Sozial- oder Frauenministerium zusammenzulegen, die ÖVP träumt von einem eigenen Ministerium für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz. Und die Begehrlichkeiten beider Seiten bleiben auf das Finanzministerium gerichtet: Kommt es am Ende also doch noch zu einem Kampf?