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Kyoto-Ziele könnten Strom und Fernwärme verteuern

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Strom und Fernwärme könnten empfindlich teurer werden. Dieses Szenario entwirft Karl Skyba, Obmann des Fachverbandes Gas und Wärme und bis vor kurzem Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, sollten die Energieunternehmen die größten Lasten bei der CO2-Einsparung zu tragen haben.


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Österreich hat bei der CO2-Reduktion ehrgeizige Ziele: Bis 2012 minus 13%. Zu den größten Erzeugern von CO2 zählt der Verkehr, diesen einzubremsen ist jedoch schwierig. In der Klimastrategie wurde eine Anhebung der Mineralölsteuer angedacht, doch die Umsetzung lässt wahrscheinlich noch auf sich warten.

Ab 2005 werden Industrie und Energieerzeuger zur Kasse gebeten: Sie müssen Verschmutzungsrechte (Zertifikate) erwerben. Industrie und produzierendes Gewerbe verursachen 60% und die Energieproduzenten 40% der CO2-Emissionen. Mit den geforderten Reduktionen sei es genau aber umgekehrt, beklagt Skyba: "Der Grund liegt darin, dass beispielweise die Papierindustrie jederzeit damit drohen kann, ihren Standort zu verlegen. Das können wir nicht." Durch diese unfaire Behandlung fresse der Kauf der Zertifikate die Fernwärmeförderung (KWK-Zuschlag) komplett auf. Sollte es zu keiner Entlastung der Energieerzeuger kommen, würden Anlagen abgedreht oder die Energiepreise steigen.