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Lange Gesichter bei den Grünen trotz Zugewinnen

Von Walter Hämmerle

Politik

WZ-Analyse: Grüne verfehlen die eigenen Wahlziele. | An Stimmen hinter, bei Mandaten vor der Strache-FPÖ. |


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Dazu waren die Umfragewerte - wieder einmal - zu vielversprechend angesichts des erzielten Ergebnisses von 14,7 Prozent. Die Ökopartei wollte Platz zwei erringen und die ÖVP überholen. Am Ende wurde es nur der vierte Platz nach Stimmen - überholt sogar vom absoluten Feinbild, der FPÖ von Heinz-Christian Strache. Nur dank den Besonderheiten des Wiener Wahlrechts bleibt man an Mandaten vor den verhassten Freiheitlichen.

Die eigenen Ziele wieder nicht erreicht

Aber immerhin: Die Wiener Grünen schafften das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte, österreichweit rangieren sie nun bei Landtagswahlen auf Platz zwei hinter den Tirolern. Dennoch wäre noch mehr drinnen gewesen - und die selbst gesteckten Wahlziele zeigten, dass davon auch die Grünen selbst fest überzeugt waren.

Warum es bei der Ökopartei wieder nicht gereicht hat, den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, wird in den kommenden Tagen und Wochen wohl Gegenstand ausführlicher interner wie externer Analysen werden.

Es fehlte an Ecken und Kanten

Zweifellos haben die Grünen ein Problem, in der Intensivphase eines Wahlkampfs nicht aufgerieben zu werden. Anders als bei anderen Wahlen, wo sie zwischen den Großparteien aufgerieben wurden, fehlt diesmal jedoch eine gute Ausrede: Die Häupl-SPÖ hat einen Wahlkampf geführt, der an Selbstzufriedenheit und Behäbigkeit kaum mehr zu überbieten war. Und von den Grünen war außer ein paar Nadelstichen gegen den roten Riesen nichts zu hören.

Nicht einmal die aggressive Kampagne der Strache-Freiheitlichen nutzte die Partei zur eigenen offensiven Profilierung - obwohl sie mit der gebürtigen Griechin Maria Vassilakou als Spitzenkandidatin eigentlich den natürlichen Gegenpol zur FPÖ-Kampagne in ihren Reihen hatten.