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Länger leben verpflichtet

Von Walter Hämmerle

Politik

"Mitten im Leben. Sicher in die Zukunft" lautet der programmatische Titel des Positionspapiers des Österreichischen Seniorenbundes. Es versucht die schwierige Balance zwischen Rechten und Pflichten für die ältere Generation.


Österreichs Bevölkerung wird immer älter, der Anteil der über 60-Jährigen immer größer. Damit steigt aber auch die Relevanz dieser Bevölkerungsgruppe für Politik und Wirtschaft. Schließlich sind heute schon rund 30 Prozent der Wahlberechtigten Pensionisten. "Die Angehörigen der 'gewonnenen Generation' haben nicht nur Rechte, sondern auch die Pflicht, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Wertschöpfung zu leisten", so Seniorenbund-Obmann Stefan Knafl.

Hier müsse man beim Pensionssystem ansetzen, denn dieses "entspricht schon längst nicht mehr den Lebensentwürfen der Menschen", so die Wiener Landtagsabgeordnete Ingrid Korosec.

Länger leben heißt für die VP-Senioren konsequenterweise auch länger arbeiten. Entsprechend fordern die Seniorenvertreter die Erhöhung der Erwerbsquote älterer Menschen sowie die etappenweise Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters als einen Schritt zur langfristigen Pensionssicherung.

Neben einem eigenständigen Frauenpensionsrecht fordert der Seniorenbund die Beibehaltung der Pflichtversicherung sowie die Einführung des Prinzips "gleiche Beiträge - gleiche Leistungen" bei der Krankenversicherung, was durch die Reduzierung der derzeit 23 auf 4 Träger erreicht werden soll.

Das Grundrecht auf Alterssicherung und ein Diskriminierungsverbot auf Grund des Alters soll entsprechend nach EU-Muster in der Verfassung verankert werden. Laut Knafl könnte dies noch in diesem Jahr erfolgen.