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Längste Vollmondnacht und längste Nacht zur Sonnwende

Von Hermann Mucke

Wissen

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Sonnenchronik: Die Länge der Lichten Tage wird Ende Dezember die kürzeste im Jahr. Vom 1. mit 8 Stunden 39 sinkt sie bis zur Wintersonnenwende, am 21. um 11.44 Uhr auf 8 Stunden 20 Minuten. Es beginnt der astronomische Winter und die Sonne als Wandelgestirn im Tierkreis erreicht den Anfang des Zeichens Steinbock. Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg zieht die helle Mitte des von der Schattenscheibe am Nordpfeiler geworfenen Schattens am Mittag über die höchste Schrägmast-Spange mit der Aufschrift 21.DEZ und dem Steinbock-Symbol.

Von der Himmelsmittenscheibe in der Plattform aus gesehen, zieht die Sonne von der südöstlichen Säule über die niedrigste Tafel am Südmast in nur 18 Graden Höhe zur südwestlichen Sonnensäule. Von da an geht es mit der Länge der Lichten Tage wieder bergauf, bis zum 31. werden 8 Stunden 25 Minuten erreicht. Ab Sonnenuntergang dauert die Bürgerliche Dämmerung bis zum Erscheinen der ersten Sterne bei 6 Grad Sonnentiefe am 1. Dezember 35 Minuten, am 21. und 31. 37 Minuten.

Auch die nautische Dämmerung bis zum Eintritt der Nacht ändert sich nur wenig, sie dauert vom 1. mit 1 Stunde 14 Minuten bis 21. und 31. 1 Stunde 17 Minuten. Den Dämmerungsverlauf über das Jahr zeigt die Tafel am Sockel des Nordmastes an. Dort ist auch die Uhrzeit vermerkt, mit der die helle Mitte des Schattens mittags die Mittellinie kreuzt.

Mondchronik: Am 1. zeigt sich abends der Mond als schmale Sichel. Am 2. und 3. steht er unweit Venus und am 4. nahe Mars. Am 6. lässt die Libration das kleine Crisium so weit als möglich nahe dem rechten oberen Mondrand erscheinen. Am 7. ist das Erste Viertel im Wassermann eingetreten. Die Libration bewirkt am 12. einen möglichst randfernen Mondnordpol und am 13. durchläuft der Mond seine Erdnähe im Stier.

Der Vollmond tritt am 14. im Stier ein und wir können die längste Vollmondnacht des Jahres mit 15 Stunden 37 Minuten erleben. Am 18. lässt die Libration den Fleck Grimaldi möglichst nahe am linken Mondrand stehen und am 21. haben wir das Letzte Viertel in der Jungfrau. Unweit Jupiter finden wir den Mond am 22. und 23. und durch seine Erdferne zieht er am 25. in der Waage. Dank der Libration erscheint der Mondsüdpol am 26. möglichst randfern und die zarte Altlichtsichel steht am 28. in der südöstlichen Morgendämmerung als letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 29. Als feine Neulichtsichel erscheint der Mond wieder am 30. tief in der südwestlichen Abenddämmerung.

Planetenlauf: Merkur steht vom 7. bis 19. tief in der Abenddämmerung nahe Südwesten im Schützen und ist um den 11./12. günstig zu sehen. Venus steht in der Abenddämmerung tief nahe Südwesten, später höher im Südsüdwesten. Sie zieht vom Schützen durch den Steinbock in den Wassermann. Mars finden wir abends hoch zwischen Süden und Südsüdwesten in Steinbock und Wassermann. Jupiter in der Jungfrau strahlt morgens hoch zwischen Südosten und Südsüdosten. Saturn steht am 10. in Konjunktion mit der Sonne. Er ist aber schon ab 28. tief in der Morgendämmerung nahe Südosten im Schlangenträger zu sehen.

Sternschnuppen:Vom 8. bis 17. sind mit Maximum am 13. mit 100 pro Stunde die aus den Zwillingen ausstrahlenden Meteore des Geminiden-Stromes zu sehen. Die Erde kreuzt die Bahn des Kleinplaneten 3200 Phaeton. Die Reste verglühen im Zusammenstoß mit der Erde..

Sternenbilderhimmel: Die Sternkarte gilt für den 1. um 19.12 Uhr und für den 31. um 17.14 Uhr. Die Kreise mit V und M bedeuten Venus und Mars. Der strichlierte Kreisbogen ist das Milchstraßenband. Das Große Norddreick - Sommerdreieck - steht abends hoch im Westen und ihm gegenüber hat sich fast das ganze Sechseck um Orion zwischen Nordosten und Osten erhoben. Sterne entstehen in den Armen unserer spiraligen Milchstraßenwolke aus großen Gas- und Staubwolken, und natürlich kommen in einer entsprechend großen Wolke auch mehrere bis viele Sterne "auf die Welt". Sie bilden dann einen zunächst dichten und sich dann über große Zeiträume langsam auflösenden "Offenen Sternhaufen". Ein solcher ist das "Siebengestirn". Unsere Sternkarte deutet dessen Lage im Rücken des Stiers an und schon mit freiem Auge sind sechs oder gar acht Sterne zu sehen. Weil die Sterne in einem Sternhaufen alle praktisch gleich weit von uns entfernt sind, lassen sie daher durch ihre unterschiedliche scheinbare Helligkeit die Unterschiede in ihren Leuchtkräften bzw. Massen erkennen. Auch die Sterne im V-förmigen "Kopf des Stiers" bilden - mit Ausnahme des roten Hauptsterns Aldebaran - einen solchen Sternhaufen. Er zeigt sich viel lockerer als das Siebengestirn.

Freiluftplanetarium: Stadtlokal, Wien 1, Walfischgasse 12, Samstag, 3.12., 19 Uhr: Österreichische Satelliten erfolgreich! (Werner W. Weiss, Institut für Astrophysik der Universität Wien). Teilnahme frei, Spenden erbeten.

Sterngarten Georgenberg, Wien 23, Mittwoch, 21.12., 11.30 Uhr: Zum Wintersonnwend-Mittag. Bei Schönwetter Beobachtung des Mittagsdurchganges und Tiefststandes der Mittagssonne. Frei.

Zum 61. Mal ist der "Österreichische Himmelskalender" erschienen. Er enthält die wichtigsten jährlich veränderlichen himmelskundlichen Daten für 2017. Zusendeauftrag ist der Eingang von 14 Euro auf das Konto

AT 61 6000 0000 7907 948

www.astronomisches-buero-wien-or.at oder Tel.01 889 35 41.