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Lanner gehört gespielt

Von Reinhold Aumaier

Kommentare

Eigentlich wollte ich Ihnen in letzter Sekunde ein Buch und eine CD ins Osternest legen; weiterempfehlen, was mir abseits von TV & Radio Erkenntnis und große Freude bereitet. Wird nachgeholt. Außerdem mich über das wahrlich ungustiöse oder einfach nur schiache neue Ö3-Plakat mokieren - oder einfach nur gratulieren . . . Das optische Pendant zum täglich verzapften Akustik-Schrott - es ist geschafft.

Doch dann kam die Rückbesinnung auf Qualität und die lauthals rufende Pflicht, Lobenswertes gefälligst zu preisen. Eigentlich wäre das (Wieder-)Entdecken des genialischen Urwieners Joseph Lanner ein Fall für Radio Wien, das ja jahrelang rotzfrech behauptet hat, die beste Musik der Stadt zu spielen. Natürlich muss auch in diesem Fall unser aller Luxuskind einspringen: Österreich 1. Keine kleine Aufgabe, Anlaufstelle zu sein für fast alles und jedes, was das Kulturwesen Mensch an Qualitätvollem erzeugt. Otto Brusatti trommelt seit Monaten für den großen Unbekannten, Unterschätzten - für Joseph Lanner. Ein Buch ist da, eine Ausstellung folgt. Das akustische und persönliche Porträt dieses Giganten der Wiener Musik wächst zusammen. Keinen geringen Anteil an der Linienführung zu diesem Menschenbild hat(te) das vierteilige "Radiokolleg" in dieser Woche von Mirjam Jessa. Ein Fall für den Cassettenrecorder, diese liebevoll gestalteten Bausteine zu "keinem lückenlosen Porträt" zwischen 200. Geburtstag und 158. Todestag. Am Dienstagabend führte John Evers kundig durch die "Geheimnisse der Kollektivimprovisation im Jazz". Er hatte dafür treffliche und weniger gute Beispiele zur Hand. Der Fachmann litt, als O. Peterson Count Basie klavierdonnernd unter sich begrub. Dennoch: Jazz am Abend - Freude, Genuss!