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"Lassen uns nicht unter Druck setzen"

Von Sophia Freynschlag

Wirtschaft

Mitterlehner will Geld aus WKO-Exportförderung abzweigen. | Hoteliers planen, die Kammerumlage einzubehalten. | Mayrhofen. Die Hoteliers heizen die Diskussion über den per Ende 2011 geplanten Austritt der Wirtschaftskammer aus der Österreich Werbung (ÖW) an: Die Österreichische Hoteliervereinigung will als "Gegendruckmittel" sobald wie möglich drei Viertel der WKO-Pflichtbeiträge der Hoteliers auf einem Treuhandkonto einbehalten. Derzeit werde geprüft, ob dies rechtlich möglich ist. "Wir wollen Antworten, was mit unseren Kammerbeiträgen passiert", forderte ÖHV-Präsident Josef Schellhorn am Dienstag beim Hotelierkongress in Mayrhofen. Von geschätzten 40 bis 80 Millionen Euro an jährlichen Kammerbeiträgen der Hoteliers flossen bisher acht Millionen Euro der WKO ins ÖW-Budget. Nach der Kündigung will die Kammer das Geld ab 2012 selbst für Tourismuswerbung verwenden und vermehrt im Heimmarkt für Urlaube werben. Schellhorn spricht sich für eine Internationalisierung aus und ist dagegen, am "bereits gesättigten" österreichischen Markt zu werben.


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Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner betonte, Österreich müsse im Ausland unter einer Dachmarke auftreten: "Wir brauchen eine starke Tourismuswerbung. Die ÖW-Budgetmittel dürfen nicht weniger werden." Am Mittwoch sei die Angelegenheit Thema im Nationalrat, nächste Woche gebe es Gespräche mit den Eigentümervertretern. Sollte es zu keiner Einigung kommen, "bleibt uns nichts anderes übrig, als Gelder von Go International umzuwidmen", so Mitterlehner: "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen." Derzeit schießt das Ministerium der WKO-Exportoffensive 20 Millionen Euro zu zu.

Budget ist geschrumpft

Österreich-Werbung-Chefin Petra Stolba hofft durch die Diskussion sogar auf "neue Wege" der Zusammenarbeit: "Es wird heuer in der Tourismuswerbung viel weitergehen." Österreichs Außenauftritt müsse über Kooperationen sinnvoll abgestimmt werden - wie in der "Allianz der Zehn" aus ÖW und Landesorganisationen, die seit 2009 eine Werbekampagne in Deutschland führt und heuer gemeinsam in Großbritannien, Niederlanden, Italien und Rumänien auftritt.

Eine Roland-Berger-Studie betont, dass verstärkt auf kaufkräftigen Auslandsmärkten für Urlaube geworben werden müsse. Nur dann seien die steigenden Bettenkapazitäten der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels zu füllen. Die ÖW sei im internationalen Vergleich unterdotiert. Das Budget ist 2001 und 2002 geschrumpft und dann konstant geblieben. Laut ÖHV-Präsident Peter Peer hat das ÖW-Budget somit 20 Prozent an Kaufkraft verloren.