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Lasst die Fans die Arbeit machen

Von Christina Böck

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Da saß sie also auf ihrem braunledernen Chesterfield-Sofa und gab via Webcam Kunde von ihrem neuesten Coup: Joanne K. Rowling, die Frau, die "Harry Potter" erfunden hat. Die Frau, die Kinder wieder zum Lesen gebracht hat - also außer österreichische, offenbar. Aber das ist ja wieder eine andere Geschichte. Jedenfalls hat sich Rowling, die angeblich unermesslichen Reichtum angehäuft hat durch ihre Megatoprekordbestseller, mit einem neuen Projekt aus dem verdienten Vorruhestand zurückgemeldet. Es ist eine Fortführung des Zauberlehrling-Universums im Netz und heißt www.pottermore.com. Ob die britische Töpfer-Innung für die Aufgabe der Domain ein paar Pfund abgestaubt hat, ist nicht überliefert.

Auf der Website können nun Potterfans, von denen Rowling "immer noch 100 Briefe in der Woche" bekommt, die Geschichte weiterschreiben. Also das, was von der Geschichte noch übrig ist. Immerhin hat Rowling sich ja einiger wichtiger Figuren im letzten Band per Exitus entledigt. Kein unkluger Schachzug einer Erfolgsautorin, die das Thema lukrativ am Leben erhalten, aber nicht mehr viel damit zu tun haben will.

Sie hat Eltern auch versprochen, dass es sich um eine "sichere Leseerfahrung für die digitale Generation" handeln wird. Also schlechte Nachrichten für alle, die sich jetzt schon drauf gefreut hätten, dass sie Harry Potter zu einem aufregenderen Privatleben verhelfen können.