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Lasst sie endlich spielen!

Von Christian Mayr

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WZ  Christian Mayr
WZ  Christian Mayr
© Wiener Zeitung

Es ist eine watscheneinfache Formel - und doch in Zeiten wie diesen eine, die einer Extra-Betonung bedarf. Die Fußballvereine sollten, so hielt der oberste Kicker-Gewerkschafter Gernot Zirngast am Dienstag fest, "daran arbeiten, das zu tun, wofür sie da sind - Fußball zu spielen". Allerdings passiert das genau in Fußball-Österreich nicht, jedenfalls nicht in der zweiten Spielklasse.

Während sich im Oberhaus mittlerweile bei allen Klubs - inklusive beim lange zurückhaltenden Tabellenführer LASK - die Meinung durchgesetzt hat, die Fortsetzung der Meisterschaft vor leeren Rängen und unter strengen Auflagen sei allemal besser als gar keine Meisterschaft, waren zuletzt 9 von 16 Zweitligisten für einen Abbruch derselbigen. Nur aus formellen Gründen scheiterte zuletzt ein abruptes Ende. Es mag zwar richtig sein, dass sich das Gros der Zweitligisten eine Fortsetzung per Geisterspiele nicht wirklich leisten kann, aber die (von der Gewerkschaft scharf kritisierte) Strategie, sich weigern zu spielen und lieber via Kurzarbeit über den Sommer zu retten, könnte erst recht in den Untergang führen. Denn es ist mehr als fraglich, dass die Kurzarbeit-Regel über den 31. Mai verlängert wird - und dann ist ein Spielbetrieb sicher nicht mehr möglich. "Wenn wir jetzt abbrechen, haben wir gar nichts mehr, was wir Sponsoren oder Fans anbieten können. Eine neue Saison ist aber vor September nicht zu erwarten", meinte zuletzt ein hoher Zweiliga-Funktionär gegenüber der "Wiener Zeitung" recht plausibel.

Auch der Sportminister ist dringend aufgerufen, das generelle Trainingsverbot in der zweiten Liga aufzuheben. Nichts zu tun, ist tatsächlich das Falsche - Fußballer sind nämlich "dazu da", Fußball zu spielen und nicht Däumchen zu drehen.