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Lasst uns Armilustrium feiern!

Von Edwin Baumgartner

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"Morgen kommt der Weihnachtsmann..." Ja, darf man dieses Weihnachtskriegslied ("Trommel, Pfeife und Gewehr, /Fahn und Säbel und noch mehr, / Ja ein ganzes Kriegesheer, / Möcht’ ich gerne haben") überhaupt singen in unseren Breiten? Immerhin ist da schon um 1840 der Kampf zwischen Weihnachtsmann und Christkind eindeutig entschieden. Kein Wunder, wenn das eine in Windeln liegt und mit Ochs und Esel Zwiesprache hält und der andere seine Kohorten aufrüstet.

Wie bitte? - Wieso "deplatziert"? Weil zwei Wochen nach dem Caipirinha im Klosterneuburger Strandbad ein Weihnachtsthema fehl am Platz ist?

Man muss mit der Zeit gehen. Der Billa tut das, und der Merkur auch. Dort stehen jetzt die Weihnachtsspezereien. Und heute war in der Mail ein Rundschreiben, man solle auf seine Gesundheit achten, denn Weihnachtsbäckereien seien Kalorienbomben. Die Selbstbedienungsläden sind unschuldig. Irgendwie müssen sie das Geschäft aufrechthalten. Schuld ist die Kirche. Die hat in der zweiten Jahreshälfte als einzigen römischen Feiertag Sol Invictus bedeutend genug gefunden für eine geschenkintensive Umwidmung. Deshalb: Zurück zu den Anfängen! Am 19. Oktober wäre Armilustrium zu Ehren des Kriegsgottes Mars. Das läge supermarktmäßig ideal, Mars-Figuren aus Schokolade oder Lebkuchen wären der Hit, von den Mars-Riegeln in entsprechender Verpackung gar nicht erst zu reden. Schwertlilien für die Frau oder die Freundin - da kommen die Blumenläden auf ihre Rechnung. Und "Morgen kommt der Weihnachtsmann" könnte man obendrein singen, ohne schamesrot zu werden.