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Lateinamerikas Protestmusik

Von Bernd Vasari

Politik

Viertes Festival Trova Sur am 17. und 18. September.


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Wien. Der Verein und Kulturraum Neruda lädt für kommendes Wochenende zum Festival des lateinamerikanischen Liedes Trova Sur in die Kunsthalle Wien, project space karlsplatz. Einfühlsame Boleros von "Cuba’s Hottest Voice in Town" Milagros Piñera und die argentinische Formation La Biaba Tango Quartett, die in einen Dialog zwischen einer Stimme und drei Gitarren treten werden, bespielen den ersten Tag. Der Sänger aus Paraguay Carlos H. Galeano und die sechsköpfige, kolumbianische Band La Tribu, die indigene, afrikanische und europäische Elemente in ihrer Musik verknüpft, beschließen das Festival am zweiten Abend.

Trova Sur leitet sich aus dem mittelalterlichen "Troubadour" ab und ist seit den 1960er Jahren die Bezeichnung für Protestmusik in Südamerika, so Marco Antonio Sanhueza, Obmann des Neruda und Kurator des Festivals. Auch heute steht diese Form des Liedes für ein Bedürfnis nach einem Ende sozialer Ungerechtigkeit. Durch die erzählten Geschichten wird das Publikum zur Teilnahme an einer gesellschaftspolitischen Diskussion aufgefordert.

Kulturhistorisches Gut

In Erinnerung an die denkwürdigen Vertreter des Genres wie Victor Jara, Violetta Parra oder Mercedes Sosa wird das historisch- kulturelle Gut dieser Länder nicht nur erhalten, sondern auch weitergegeben. Die auftretenden Musiker des Trova Sur 2010 am Karlsplatz haben alle ihren Lebensmittelpunkt in Österreich und schreiben ihre Musik selbst. Neben der musikalischen Qualität war letzteres Voraussetzung für eine Berücksichtigung, sagt Sanhueza.

Veranstaltet wird das Festival vom Verein Neruda, der sich als Brücke der lateinamerikanischen und der europäischen Kultur versteht. "Uns ist eine Verbindung von Qualität und Originalität mit gesellschaftlicher Relevanz für ein vielfältiges Publikum wichtig", betont Juliane Kund, Projektplanerin des Kulturraumes. "Nachdem wir die ersten Festivals noch in unserem Stammraum, dem Neruda, selbst veranstalteten, weichen wir seit dem letzten Jahr in die Kunsthalle aus, um auch ein breiteres Publikum zu erreichen." www.neruda.at