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Learn@WU oder das Sterben der kopierten Mitschriften

Von Barbara Ottawa

Wissen

Für StudentInnen an der WU Wien scheint das Problem versäumter Vorlesungen, nicht erhaltener Kopien und unlesbarer Mitschriften gelöst: Die Uni stellt Lehrinhalte der Kurse der Studieneingangsphase und passende Ressourcen online.


"Wir müssen und wollen unsere Vorreiterrolle in der Informationstechnologie fortsetzen und ausbauen", begann WU-Rektor Christoph Badelt die Präsentation des Projektes. Man wolle den 2.000 bis 2.500 StudienanfängerInnen ein "rasches und effizientes" Studieren ermöglichen.

Alle Lehrinhalte und Lehrmittelbehelfe der Studieneingangsphase samt Musterklausuren und Musterfragen, wurden im Projekt Learn@WU online gestellt. Vorlesungen werden weiterhin abgehalten, die Online-Ressourcen sollen StudentInnen helfen, sich auf eine Prüfung besser vorzubereiten, Versäumtes nachzuholen oder - bei einigen Vorlesungen - sich ohne Anwesenheit den Stoff anzueignen. Außerdem sollen sich Anwender- Innen mit Passwort auch mit anderen StudentInnen austauschen können. Die Größenordnung des Projekts sei weltweit einzigartig, weil alle WU-Erstsemestrigen über die gleichen Kurse laufen. Online Ressourcen zur Verfügung zu stellen, könnte unter Umständen auch das Platzproblem an der WU etwas lindern.

Für jeden der bis jetzt 18 angebotenen Kurse stehen zwei BetreuerInnen, technische und didaktische, via e-mail zur Verfügung. Insgesamt arbeiten etwa 40 Personen an dem Programm mit, wie einer der Projektleiter, Wilfried Schneider, auf Anfrage der "Wiener Zeitung" mitteilte.

In weiterer Folge ist geplant, auch Unterrichtsmaterialien für höhersemestrige StudentInnen über die Plattform zugänglich zu machen, erläuterte Horst Breitenstein, WU-Vizerektor für Infrastruktur. Man könne sich auch vorstellen, irgendwann Lehrunterlagen und sonstigen "Content der WU" über diese Plattform der Öffentlichkeit gegen Entgelt zugänglich zu machen.

Das Projekt, das insgesamt etwa drei Millionen Euro kostet, wurde von der Bundesregierung im Rahmen der Unimilliarde finanziert. "Wenn wir, wie versprochen, die Einnahmen der Studiengebühren bekommen, können wir das Projekt auch nächstes Studienjahr weiterfinanzieren, " so Badelt.