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Leasing-Neugeschäft im Höhenflug

Von Andrea Möchel

Wirtschaft

Die Digitalisierung schiebt Mobilien-Leasing an.


Wien. Die heimische Leasingbranche ist weiter im Aufwind. Laut dem Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL) konnten im ersten Halbjahr 2018 zweistellige Zuwächse in den Hauptsparten Immobilien, Kfz und Mobilien verzeichnet werden. Mit einem Neugeschäft von rund 3,9 Milliarden Euro (plus 15,2 Prozent) übertraf die Leasingwirtschaft das vorjährige Rekordergebnis bei Neuverträgen um elf Prozent. Das Gesamtvolumen aller rund 666.000 Leasingverträge liegt bei mehr als 23 Milliarden Euro.

"Leasing ist eine clevere und zeitgemäße Art zu finanzieren. Als bilanzneutrale Finanzierungsform erweitert Leasing unter den gegebenen Rahmenbedingungen den Investitionsspielraum und ist vor allem deshalb so interessant, weil - im Gegensatz zum Kredit - die Eigenkapitalquote des Unternehmens gleich bleibt", preist VÖL-Präsident Alexander Nekolar die Vorzüge der Leasing-Finanzierung im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" an. Das Leasingobjekt könne damit uneingeschränkt genutzt werden, ohne die Kreditlinien zu belasten.

Besonders gefragt ist derzeit das Mobilien-Leasing. Egal ob Flugzeug, Maschinenanlage, EDV-Ausstattung oder Windpark, es existiert quasi kein mobiles Objekt, das nicht leasingfähig ist. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge in dieser Sparte stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 um 11,7 Prozent, das Neugeschäftsvolumen nahm um 14,3 Prozent zu. Als Überflieger in diesem Segment entwickelten sich die medizintechnischen Geräte mit einem Plus von rund 147 Prozent, sowie Computer und Büroequipment mit einem Zuwachs von 85 Prozent.

Investitionin neue Technologien

"Leasing hatte in Österreich stets einen bedeutenden Anteil bei der Investition in neue Technologien", sagt Nekolar. "Am Beginn des digitalen Zeitalters hat Leasing beispielsweise die flächendeckende Verbreitung von EDV-Anlagen oder die Finanzierung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien unterstützt. Im Gesundheitsbereich sorgt es für eine dem neuesten Stand entsprechende Ausstattung von Praxen und Spitälern."

Gerade angesichts der immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen könne die flexible Finanzierungsform ihre Stärke ausspielen, ist Nekolar überzeugt. "Unternehmen haben die Sicherheit, technologisch immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Einzelne Geräte können während der gesamten Vertragslaufzeit getauscht werden, ohne dass sich dadurch die Leasingrate verändert. Und wenn sich die Technologie weiterentwickelt, dann hat das Unternehmen die Möglichkeit, neue Geräte anzuschaffen."

Auch das Kfz-Leasing-Neugeschäft bot in der ersten Hälfte des laufenden Jahres mit einem Plus von 13,3 Prozent und aktuell 2,9 Milliarden Euro Volumen eine gute Performance. Grund dafür seien vor allem die steigenden Kfz-Neuzulassungen sowie die Tatsache, dass immer mehr Unternehmen auf leasingfinanzierte Mobilität setzen. So ist die betriebliche Leasingquote mittlerweile auf 54,7 Prozent gestiegen. Neben dem klassischen Kfz-Leasing erfreut sich aber auch das Fuhrparkmanagement mit seinen umfassenden Dienstleistungen einer verstärkten Nachfrage. So wuchs das Bestandsvolumen an Fuhrparkmanagement-Verträgen um 12,7 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro.

Ein professionelles Fuhrparkmanagement helfe, die betriebliche Mobilität effizient zu gestalten", ist Nekolar überzeugt. "Dabei wird der gesamte Zyklus jedes einzelnen Fahrzeugs optimiert: von der Auswahl des Modells, über Wartung, Verschleiß- und Reparaturarbeiten bis hin zu Ersatzmobilität und Verwertung." Die Abwicklung werde auf diese Weise vereinfacht, interne Prozesse und die Kommunikation zwischen Fuhrparkleiter und Dienstwagenfahrern werden beschleunigt. "Das Ergebnis ist ein Fuhrpark, der zu den individuellen Bedürfnissen des Unternehmens passt", sagt der VÖL-Präsident.

Immobilien-Leasinglegte nur leicht zu

Beim Immobilien-Leasing stieg die Anzahl der bis Ende Juni 2018 abgeschlossenen Verträge im Jahresvergleich zwar "nur" um 4,4 Prozent, das Volumen der Anschaffungswerte im Neugeschäft wuchs jedoch um 53,3 Prozent und lag damit zur Jahresmitte bei 241 Millionen Euro. Dabei konnte das durchschnittliche Vertragsvolumen laut Branchenverband um 47 Prozent auf rund 5 Millionen Euro gesteigert werden.