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Lebensbejahendes Krimi-Jahr

Von Bernhard Baumgartner

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In Kriminalfilmen gehen die Dinge selten gut aus. Also zumindest für das Opfer. Auch die Damen und Herren Kommissare müssen immer wieder Federn lassen - wer sich ins Gefecht mit dem Bösen wirft, kann schon einmal von Querschlägern getroffen werden. In diesem Zusammenhang überrascht der Sonntagskrimi "Tatort" mit einer interessanten Statistik. 2017 wurde nur etwa halb so oft gestorben wie im Jahr davor.

Die Fans zählten heuer lediglich 85 Leichen - ein extremes Minus im Vergleich zum Vorjahr, als es mit 162 Krimi-Toten eine wahre Rekordzahl gab. Die "Tatort"-Folge mit den meisten Leichen- nämlich sechs - war in diesem Jahr demnach der Kiel-Krimi "Borowski und das dunkle Netz". Jeweils fünf Leichen zählte "Tatort-Fundus"-Experte Francois Werner in der Dortmunder Folge "Sturm" und im Stuttgarter RAF-Krimi "Der rote Schatten". Als Leiche explizit nicht gezählt wurde Kommissar Daniel Kossik, der im Film "Sturm" schwer verletzt wurde. Schauspieler Konarske hatte angekündigt, beim "Tatort" auszusteigen. Ob die Figur tot ist, erfährt man im Februar.

Auch dürften die "Tatort"-Autoren echte Fans der bleihaltigen Luft sein. 24 der Opfer wurden schnöde erschossen. Erstickt oder erwürgt wurden gerade einmal acht, sechsmal wurde erschlagen, fünfmal erstochen. Es gab auch "Tatort"-Folgen mit gar keinem Toten, etwa aus Wien, als die Ermittler Drohungen nachgingen. Das ist natürlich einigermaßen unbefriedigend - so aus Sicht des Zuschauers. Vielleicht kommt ja wieder einmal Til Schweiger zum Zug. Da werden sich traditionell die Leichen wieder stapeln.