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Lebensmittel leichter verstehen

Von WZ-Korrespondent Wolfgang Tucek

Europaarchiv

EU-Minister beschließen klarere Kennzeichnung. | Brüssel. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die zuständigen EU-Minister diese Woche auf verpflichtend deutlichere Lebensmittelkennzeichnung geeinigt. Es handle sich um einen "sehr bedeutenden Schritt", erklärte Österreichs Gesundheitsminister Alois Stöger. Zentral ist nach dem Kompromisstext eine tabellarische Auflistung der Anteile von Zucker, Fett, Salz und Eiweiß sowie der Kaloriengehalt von 100 Gramm oder 100 Milliliter verpackter Lebensmittel. Bestandteile, die Allergien auslösen können, müssen auch bei unverpackten Produkten zwingend angegeben werden.


Nahrungsmittelimitate wie Analogkäse oder Formfleisch dürfen nicht mehr irreführend beschriftet werden. Vor einer eindeutigen Kennzeichnung als Imitat schreckten die Minister jedoch zurück. Auch für alkoholische Getränke außer Alkopops gibt es Ausnahmen. Auf Bier, Wein und Schnaps müssen weiterhin keine Warnhinweise oder Kalorienangaben gedruckt sein. Kein Pardon soll es dagegen für Koffein geben. Energy drinks & Co fallen voll in den Anwendungsbereich der Richtlinie und brauchen eine Warnung für Schwangere und Kinder am Etikett. Auch Nanopartikel in Nahrungsmitteln müssen eindeutig gekennzeichnet werden. Bei Fleisch steht weiterhin nur drauf, wo die Tiere geschlachtet werden, nicht aber, woher sie kommen. Herkunftskennzeichnungen für Milch- und Fleischprodukte sind überhaupt nicht vorgesehen.

Ob die neuen Regeln wie geplant 2014 in Kraft treten können, hängt noch an der Einigung mit dem EU-Parlament. Das wünscht sich noch klarere Kennzeichnungen und die verpflichtend auf der Vorderseite der Verpackung.