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Lebensversicherungen aus zweiter Hand als Geldanlage

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Früher Tod bringt höhere Rendite. | Wien. (sei) Lebensversicherungen aus zweiter Hand werden in Österreich schon seit einigen Jahren angeboten. Das Prinzip ist einfach: Wer seine Lebensversicherung nicht bis zum vereinbarten Zeitpunkt weiterbezahlen möchte, kann diese vor Ende der Laufzeit über Zwischenhändler an Investoren verkaufen. Der Investor bezahlt den Kaufpreis und am Ende der Versicherungslaufzeit die Vertragssumme samt Bonifikationen. Ein Grund für den vorzeitigen Verkauf ist zum Beispiel die Trennung vom Partner, den man durch die Lebensversicherung absichern wollte, und der Wunsch, das Geld anderwertig zu verwenden.


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Der Verkauf von Lebensversicherungen ist eine Praxis, die in Großbritannien und den USA weit verbreitet ist. Mit österreichischen Polizzen sei ein derartiger Handel nicht möglich, so Wolfgang Stabauer, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters AVM GmbH zur "Wiener Zeitung". Die AVM vertreibt für das kanadische Finanzunternehmen Universal Settlements International (USI) gebrauchte US-Lebensversicherungen in Form einer Anleihe, von der nun die zweite Tranche in Höhe von 15 Mio. Dollar aufgelegt wird. Bei einer Mindestinvestition von 5.000 Dollar (3.987 Euro) in dieser "Life-Settlement"-Anleihe wird eine Mindestverzinsung von 5% jährlich bei einer Laufzeit von 7,5 Jahren garantiert. Je nach dem, wie viele Lebensversicherungen vorzeitig durch frühe Sterbefälle "abreifen", gebe es die Chance auf eine Rendite von 8%. Risiko berge laut USI-Geschäftsführer Gerhard Wüest vor allem der Dollar-Wechselkurs.