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Legal überall digital

Von Gerald Jatzek

Wissen

Selbstverständlich kann man auch in Sandalen auf den Großglockner steigen. Der eine oder andere tibetanische Mönch wird das ebenso bewerkstelligen wie ein Studium mit Papier und Bleistift. Alle anderen freilich sollten sich für den Weg zu den Gipfeln des Wissens entsprechend rüsten. Die Zentrale für Studium und Unterhaltung ist heute der PC. Wer dafür mehr als 400 Euro ausgibt, braucht ihn vermutlich nicht fürs Studium, sondern zum Spielen.


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Mit Linux als Betriebssystem spart man nicht nur die Kosten für das umstrittene Windows Vista, man erhält auch noch alle benötigten Programme kostenlos dazu, denn die Devise des Systems lautet verschenken statt klauen. Keine Angst, auch unter Linux gibt es Videoplayer, CD-Ripper und MP3-Kataloge.

Eine kluge Investition ist ein USB-Stick mit 8 bis 16 GB, auf den man regelmäßig - regelmäßig! - Sicherheitskopien seiner Arbeiten und Unterlagen spielt. Allein in meinem Bekanntenkreis gibt es drei trauernde Hinterbliebene von Diplomarbeiten. Zwei verendeten mit der Festplatte, die dritte wurde samt dem PC gestohlen.

Unterwegs

Ob die Wissenschaft und ihre Lehre tatsächlich frei sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Mobil sind sie mit den Stadtrandunis allemal geworden, was Gerätschaften fürs Arbeiten unterwegs nahelegt. Wie diese aussehen, bestimmt die "digital divide", wie der Neusprech des Informationszeitalters die Kluft zwischen der Brigittenau und Hietzing benamst. Als digitale Begleiter bieten sich Mini-Notebooks an, die zunächst abschreckend UMPCs hießen und nun als Netbooks vermarktet werden. Sie bringen knapp ein Kilogramm auf die Waage und erledigen so ziemlich alle Schreibarbeiten und Tabellenkalkulationen, auch unter kleinen Datenbanken brechen sie nicht zusammen. Mit dem Internet verbinden sie sich wahlweise über einen Netzwerkanschluss oder drahtlos via WLAN, das auf den Unis und in zahlreichen Lokalen kostenlos zur Verfügung steht. Wo man kostenlos surfen kann, steht auf www.helge.at/wlan (Wien) und auf www.freewave.at (Österreich).

Um 299 Euro - alle Angaben sind Listenpreise, die Straßenpreise liegen zumeist darunter - gibt es das Asus Eee 701 4G, ein unverwüstliches Gerät im A5-Format, das belegterweise selbst auf holprigen Busfahrten durch Griechenland problemlos funktioniert. Günstig sind auch das Asus Eee 901 (379 Euro) und das Acer Aspire One A110L (329 Euro) mit 8,9 Zoll-Displays. Für Studenten der Angewandten und passionierte Mangaleserinnen gibt es das Asus-Notebook bei eBay auch in Pink.

Während diese beiden Geräte anstelle der Festplatte eine kleine Solid State Disk verwenden, kann man auf der 80 GB-Festplatte des MSI Wind 100 eine Videosammlung mitnehmen und auf dem 10,2 Zoll-Bildschirm betrachten. Allerdings arbeitet das 399 Euro teure Gerät mit Windows XP, was bekannterweise Geduldproben beim Hochfahren mit sich bringt.

Für den mobilen Winzling empfiehlt sich ebenfalls ein USB-Stick als Backupmedium. Den darauf gespeicherter Mailwechsel samt Liebesschwüren und Professorenbeschimpfungen sollte man tunlichst schützen. Kostenlos ist die Vergabe eines Passworts, eine wirksamere Barriere sind Sticks mit Fingerprintsensoren für einen geringen Aufpreis.

Wer nicht aufs eigene Geld schauen muss, lässt sich das MacBook Air schenken, das alles kann, was die Kleinen können, und für 1300 Euro Differenz exzellentes Design sowie ein Apple-Logo bietet.

Telefon

Weil Apple jede Menge Probleme beim Abgleich von Mails und Adressen mit firmenfremden Handys hat, sollte man sich dazu gleich das iPhone 3G verehren lassen. Die zweite Generation des bestbeworbenen Mobiltelefons der Welt ist immerhin auf dem Stand der Technik, den die Konkurrenz schon seit zwei Jahren bietet. Allerdings, und das ist seine Stärke, bringt es einen Hauch von Schönheit in zweckdienliche Unineubauten.

Studierenden, die Wohnung, Nahrung und Studiengebühr mit einem Teilzeitjob finanzieren, leistet hingegen ein "Dual Sim Handy", das zwei Telefonnummern verwalten kann, gute Dienste. Damit lassen sich berufliche und private Kontakte fein trennen, und im Falle romantischer oder sonstiger privater Betätigung kann man die Berufsnummer ausschalten. Derlei Geräte, die auch als MP3 Player und Kamera ihre Dienste tun, gibt es bei eBay um 100 bis 200 Euro, wobei es sich empfiehlt um Anbieter aus China einen Bogen zu machen. Selbst im "global village " sind leider Probleme mit Zoll, Lieferung und Gewährleistung bei exotischen Händlern vorprogrammiert.

Scanner

Spätestens im Diplomstadium werden in den meisten Studien Recherchen in Bibliotheken und Archiven notwendig. Mühsames Abtippen von Zitaten erspart ein mobiler Scanner wie der C-Pen um etwas über 100 Euro. Der Stift wird über den Text gezogen, die Texterkennung, computerchinesisch OCR genannt, erledigt ihre Aufgabe, und schon kann man allerlei gescheite Anmerkungen von Adorno bis Zarathustra in die Arbeit einfügen (www.cpen.com). Die Anführungszeichen, die sie als Zitate ausweisen, sollte man nicht vergessen. Copy & paste ist kein Weg, der zum Wissen führt, weder für die eingangs erwähnten buddhistischen Mönche noch für austriakische Studierende.