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Lehrer als Schlüssel für die Zukunft

Von Brigitte Pechar

Politik

Schratz: Schools of Education an den Unis einrichten. | Hahn für gemeinsame Ausbildung. | Wien. Hat der Pisa-Test von 2003 die Gesamtschuldebatte in Österreich angeregt, so bringt der Pisa-Test 2006 die Lehrerausbildung in Diskussion.


Das relativ mittelmäßige Abschneiden der österreichischen 15- bis 16-Jährigen veranlasste Unterrichtsministerin Claudia Schmied dazu, einen Paradigmenwechsel an den Schulen auszurufen. Und ansetzen müsse man da bei der Lehrerausbildung. Die Ministerin strebt ja mittelfristig eine gemeinsame Ausbildung an und hat auch Aufnahmsprüfungen für angehende AHS-Lehrer an den Unis gefordert.

Unterstützung bei ihrem Bestreben nach einer gemeinsamen Lehrerausbildung erhielt Schmied am Mittwoch von Wissenschaftsminister Johannes Hahn: Man werde sich zusammensetzen und über eine Umsetzung der gemeinsamen Ausbildung im Sinne der Bologna-Architektur (Bachelor, Master, Anm.) diskutieren. Skeptisch zeigte sich Hahn gegenüber Aufnahmetests für Lehramtsstudenten an den Unis. Er ist vielmehr dafür, dass sich die Landesschulbehörden ihr Personal aussuchen können sollen.

"Wir müssen die Lehrerausbildung neu denken", erklärte auch Michael Schratz vom Institut für Erziehungswissenschaften an der Uni Innsbruck und Mitglied der Expertenkommission im Unterrichtsministerium. Es sei ein Luxus, wenn man parallel an zwei Institutionen - den Pädagogischen Hochschulen (PH) und den Universitäten - ausbilde und damit noch dazu zwei Klassen von Pädagogen schaffe. "Es wird immer wieder gesagt, dass unser Bildungssystem zu teuer ist. Da könnte man einsparen." Die Lehrerausbildung sollte an den Unis konzentriert werden, allerdings in einer völlig anderen Form. Denn an den Universitäten werde derzeit weder auf eine pädagogische noch auf eine ausreichende Fachdidaktik Wert gelegt. Schratz schlägt vor, Schools of Education an den Unis zu schaffen, wie das in vielen anderen Ländern bereits der Fall ist.

Allerdings wurde die Pflichtschullehrerausbildung erst seit heuer an den PHs neu situiert (früher: Pädagogische Akademien). Eine rasche Zusammenführung ist daher unrealistisch. Für den Übergang schlägt der Erziehungswissenschafter daher stärkere Kooperationen vor. Auch Schratz ist grundsätzlich für Aufnahmeverfahren: "Wir müssen stärker auf die Qualität schauen und nicht jeden nehmen, der Lehramt studieren will."