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Lehrlinge ohne greifbares Produkt

Von Barbara Ottawa

Politik

Ein Maurerlehrling muss eine Wand aufstellen, die hält. Ein Tischler muss Holz in einer bestimmten Form bearbeiten, ein Karosseriebautechniker muss zeigen, dass er einen Teil eines Autos fertigen kann. Doch wie misst man die Leistung von kaufmännischen Lehrlingen? "Da ist es nicht so offensichtlich, das ist richtig", bestätigt Peter Florianschütz von der Arbeiterkammer, die alle Lehrlingswettbewerbe unterstützt.


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"Die Wettbewerbsprüfung findet anhand eines Geschäftsfalls statt, ähnlich wie die Lehrabschlussprüfung", erläutert Florianschütz im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Sie bestehe aus einem Fragebogen, der in zwei Teile gegliedert ist: Ein allgemeiner Teil mit Fragen zu den Fächern Deutsch, Englisch und Staatsbürgerkunde und einem berufsbezogenem Teil, in dem eine Kalkulation erstellt und Schriftverkehr abgewickelt werden muss.

Der Berufswettbewerb der kaufmännischen Jugend wird seit vielen Jahren an den kaufmännischen Berufsschulen durchgeführt. Er wird von der Arbeiterkammer Wien gemeinsam mit der Gewerkschaft der Privatangestellten veranstaltet.

Er ist sowohl eine "Leistungsschau" als auch eine Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Die Veranstaltung findet zuerst in den Klassen statt. Die Besten aus dieser Ausscheidung werden zu einer Landesausscheidung eingeladen aus der die LandessiegerInnen ermittelt werden.

Heuer gab es folgende Kategorien:

- Einzelhandel, Buchhandel, Fotokaufleute;

- Administration (Bürokaufleute, Industriekaufleute, Großhandel, Spediteure, Immobilienkaufleute, Notariats- und Anwaltsassistenten);

- Verwaltung (Verwaltungsassistenten, Bürokaufleute der Gemeinde Wien);

- Finanzdienstleitung (Bankkaufleute, Versicherungskaufleute);

- DrogistInnen, Pharmazeutisch-kfm. AssistentInnen;

In jeder Kategorie wird für jedes der drei Lehrjahre ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis vergeben. Darüber wird der insgesamt beste Lehrling und die beste Berufsschule geehrt.

In der Vorausscheidung in den Berufsschulklassen gab es eine Beteiligung von etwa 5.300 Lehrlingen und davon haben sich über 600 Teilnehmer für den eigentlichen Wettbewerb qualifiziert. "Die Teilnahme am Wettbewerb ist freiwillig", berichtet Florianschütz, doch es machen meist alle Lehrlinge mit.

Die heurige Siegerehrung wird am kommenden Dienstag, 25. Juni, um 18.30 Uhr im Stadtsenatsitzungssaal im Rathaus stattfinden. Die Übergabe der Preise erfolgt durch Stadträtin Renate Brauner.

Wo gehobelt wird, . . .

Am 22. Juni findet in Vorarlberg der diesjährige Bundeswettbewerb der Tischlerlehrlinge aus ganz Österreich statt. Der Bewerb, bei dem sich Jungendliche aus dem gesamten Bundesgebiet messen werden, steht unter dem Motto "Vom Facharbeiter zum Meister". Der Organisator Günter Lenz, Vorarlbergs Landesinnungsmeister, und der Bundesinnungsmeister, Josef Breiter, erinnerten im Vorfeld daran, dass es gelungen ist, in der neuen Gewerbeordnung das Zertifikat "Geprüfter Meister" zu erhalten. Dies sei ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Bereits abgeschlossen ist der diesjährige Bundeswettbewerb der Lehrlinge der Karosseriebautechnik. Als Sieger aus dem Wettbewerb ging Wolfgang Pointecker aus Oberösterreich (Lehrbetrieb Herbert Ruhland) mit 447 Punkten vor Andreas Bauernhofer aus der Steiermark (Lehrbetrieb Hermann Lind) mit 433 Punkten hervor. Austragungsort der von der Bundesinnung der Karosseriebauer einschließlich Karosseriespengler und Karosserielackierer sowie der Wagner gemeinsam mit der Landesinnung Oberösterreich organisierten Veranstaltung war die Werkstätte der Landesberufsschule Wels.