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Leistbares Olympia?

Von Christoph Rella

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Stadt Innsbruck und Land Tirol erwägen also eine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026. Das klingt auf den ersten Blick spektakulärer, als es ist, war doch die Wintersportregion am Inn schon zweimal (1964 und 1976) Ausrichter. Warum also nicht noch eins draufsetzen, zumal solche Ereignisse Devisen bringen, die Kaufkraft stärken und als unbezahlbare Werbung wirken? Von den Investitionen in den Bereichen Infrastruktur und Tourismus gar nicht zu reden.

Und dennoch dürfte es mit der Bewerbung nichts werden. Nicht weil Österreich die notwendigen Mittel nicht aufbringen könnte. Das kann man von einem Staat, der sich gleich drei Tunnelröhren leisten will, erwarten. Da kommt es auf eine Milliarde mehr oder weniger für ein Olympiaprojekt, das noch dazu gut in das wintersportfanatische Land passt, nicht an. Das "Problem" ist ja vielmehr ein anderes: Die Leute wollen den Olympia-Rummel, der nicht nur mit Umweltschäden und Verkehr, sondern neuerdings auch mit Terrorangst daherkommt, nicht. Die Negativbefragungen in Tirol (1993 und 1997) oder in München (2013) veranschaulichen das.

Dabei beißt sich die Katze in den Schwanz. Wer sich Olympia nicht leisten kann, bleibt genauso auf der Strecke wie der, der es sich leisten kann, aber vom Souverän zurückgepfiffen wird. Wohin das führt, hat die Vergabe der Winterspiele 2022 gezeigt. Von neun Bewerbern blieben zwei, Almaty und Peking, übrig. Geld spielte keine Rolle, genausowenig aber auch die Meinung der Menschen. Und das sollte zu denken geben.