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Leitfaden für Schnellbahn-Surfer

Von Hans-Paul Nosko

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Der Interviewpartner in der Ö1-Sendung "Im Gespräch" Donnerstag Abend hieß Martin Suter. Anlass war das neueste Buch des schweizerischen Erfolgsautors: "Der Koch" handelt von einem tamilischen Asylwerber, der in der Schweiz als Küchenhilfe arbeitet, gekündigt wird und danach für die Klienten einer Sexualtherapeutin Menüs mit aphrodisierender Wirkung zubereitet.


Den Einstieg bildeten Fragen zu aktuellen politischen Themen der Schweiz. Wenig überraschend war Suter gegen das Minarettverbot, gegen Waffenexporte, gegen das einseitige Gewinnstreben in der Wirtschaft. In der Folge kam das Buch selbst ein wenig zur Sprache, wobei die "molekulare Küche" durchaus eine Erklärung verdient hätte; zumindest im Akademietheater, wo das Interview einige Tage zuvor aufgezeichnet wurde, konnten nicht alle im Publikum Anwesenden mit diesem Begriff etwas anfangen.

Dass Suter, der mit seiner satirischen Kolumne "Business Class" in der Schweizer "Weltwoche" einer breiten Leserschicht bekannt wurde, in Guatemala, auf Ibiza und in Zürich lebt, streifte Interviewer Michael Kerbler wohl; interessanter als die Bedeutung von "Heimat", "Vaterland" und "Fremde" für Suter wäre es allerdings gewesen, mehr über das Leben des Autors an diesen Orten zu erfahren, über die unterschiedlichen Mentalitäten der Menschen dort und wie Suter dazu gekommen war, sein Leben so einzurichten. Immerhin erfuhr man, wie er seinen Arbeitstag beginnt, nämlich geduscht, rasiert und "anständig angezogen" - und worauf es seiner Meinung nach im Leben ankommt: Auf andere Menschen, die wir lieben. Das war immerhin ein versöhnlicher Abschluss.