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Leitl schlägt Kirche Feiertagstausch vor

Von Walter Hämmerle

Politik

Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl will durch einen Feiertagstausch das Offenhalten der Geschäfte am Marienfeiertag erreichen. Sein Angebot für den 8. Dezember: Ein Zusperren am Karfreitag.


Die "Kraft des Faktischen" hat eine auf die Erlösung im Jenseits ausgerichtete Institution noch selten beeindruckt, vermag doch nach deren Ansicht allein der Glaube Berge zu versetzen. Letzterer war es wohl auch, der den Wirtschaftskammer-Chef dazu verleitete, der katholischen Kirche einen Tauschhandel vorzuschlagen: Um sich der leidigen Diskussion rund um das Offenhalten der Geschäfte am 8. Dezember mitten in der umsatzstarken Adventszeit dauerhaft zu entledigen, will Leitl laut "Linzer Kirchenzeitung" Kardinal Christoph Schönborn den Karfreitag als Feiertag anbieten.

Eine erste kirchliche Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Josef Ahammer, Generalvikar der Diözese Linz, lehnt es ab, Festtage nur unter den Augen der Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Einen Abtausch erachte er für einen schlechten Handel.

Auch bei seinem sozialpartnerschaftlichen Pendant, dem Gewerkschaftsbund, stößt der Vorschlag auf Skepsis, wenn auch mit durchaus weltlicher Argumentation: "Denn wenn der 8. Dezember ein normaler Arbeitstag ist, dann ersparen sich die Arbeitgeber die bisher üblichen Zuschläge". Zumindest hier fiel die "Kraft des Faktischen" auf fruchtbaren Boden.