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Lektion 1: Kultiviert streiten in Hollywood

Von Christina Böck

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Im Blockbuster ist es bereits so weit. In der kommenden Materialschlacht "Independence Day: Wiederkehr" muss sich wieder ein US-Präsident mit der Alien-Invasion herumschlagen. Diesmal freilich ist es eine Präsidentin. Eine eventuell angehende Präsidentin der USA sorgt derzeit wiederum für Streit unter Hollywoodschauspielerinnen. Susan Sarandon, bekannt als durchaus dem Aktivismus nicht abgeneigte Linke, hat ein Interview gegeben, in dem sie nicht nur meinte, dass ein Sieg von Donald Trump zu einer - wie sie meinte: vielleicht notwendigen -Revolution führen würde. Sie konnte auch nicht beantworten, ob sie, die den Demokraten Bernie Sanders unterstützt, nach dessen Ausscheiden Hillary Clinton im Duell gegen Trump wählen würde. Sie sagte nicht, dass sie Trump wählen würde, sie machte lediglich klar, dass sie nach dem Aus für ihren Favoriten erst einmal ratlos wäre. Aber Missverständnisse waren da natürlich vorprogrammiert. Kollegin Jamie Lee Curtis twitterte ausgesprochen kultiviert, dass sie Sarandons Meinung respektiere, aber sie nicht teile. Und die Serienakteurin Debra Messing diskutierte zwei Tage lang mit Sarandon über ihre Vorbildwirkung.

Apropos Vorbildwirkung: All das ging beachtlich gesittet und ruhig vor sich. Man konnte tatsächlich zwei berühmte Menschen bei einer ausgewogenen politischen Diskussion beobachten. Hollywood mag hohle Filme produzieren, aber seine Protagonisten haben noch Prioritäten im Wahlkampf. Und die haben ein bisschen mehr Substanz als, nur so zum Beispiel, eine Debatte über Richard Lugners Sakko bei seinem ORF-Interview.