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Lesbarkeit versus Suchmaschine

Von Regine Bohrn

Wirtschaft
Wer einen Werbe-Text für Twitter schreibt, muss ihn anders formulieren als für Facebook oder eine klassische Homepage.
© © © David Denney/ZUMA Press/Corbi

Beim Texten sollte Algorithmus der Suchmaschine nicht vergessen werden.


Wien. Die Zeiten, in denen Firmen ihre Produkte ausschließlich in Zeitungen, Magazinen oder im Fernsehen beworben haben, sind spätestens seit Facebook, Twitter und Co. vorbei. Doch wer im Internet erfolgreiches Marketing betreiben möchte, muss einiges berücksichtigen.

So macht es einen Unterschied, ob man eine komplexe Botschaft auf einen Satz verkürzt twittern möchte oder den Inhalt auf Facebook platzieren möchte, erklärt Eva Mandel, Geschäftsführerin der PR-Agentur Himmelhoch.

Aber nicht nur die Länge der Botschaft macht einen Unterschied beim Texten. Auch der Schreibstil ist relevant. Während die Texte bei Twitter sehr kurz und inhaltsvoll sind (maximal 140 Zeichen), sollten sie bei Facebook persönlicher und freundlicher gestaltet werden. Der Grund liegt auf der Hand: Man kommuniziert mit einer Gemeinschaft, die sich für ein spezielles Produkt interessiert. Und auch bei Twitter ist man nur in Kontakt mit Menschen, die sich mit einem speziellen Thema auseinandersetzen. Daher müssen sowohl Facebook-Freunde als auch Twitter-Follower regelmäßig am Laufenden gehalten werden, damit sie das Interesse nicht verlieren.

Prägnante Online-Inhalte

Wer hingegen für eine Webseite textet, kann ein Thema ausführlicher und tiefer behandeln als bei Facebook oder Twitter. Wichtig ist aber auch in diesem Fall, dass die Inhalte schnell vermittelt werden. Denn generell ist es so, dass Menschen, die im Internet lesen, abgelenkt sind. Durch Banner oder Pop-ups sind sie laut Mandl ständig dazu verleitet, durch einen Klick die Seite zu verlassen. Hinzu kommt auch, dass das Lesen am Bildschirm anstrengender ist als auf Papier.

Beim Texten für eine Homepage sollte man auch nie die Logik der Suchmaschinen außer Acht lassen. Denn nur wer das berücksichtigt, kann mit einer guten Platzierung bei den Suchergebnissen rechnen, meint Mandl. Wer allerdings nur für das Leseverhalten der Suchmaschinen schreibt, läuft aber Gefahr, dass der Text nicht mehr leserfreundlich ist.

Um bei den Suchmaschinen gut platziert zu sein, kann man auch versuchen, Schlüsselwörter in den Titel eines Textes zu packen. Aber auch hier sollte der Leser nicht vergessen werden. Trainerin Elisabeth Ornauer rät daher, sich im Vorfeld zu erkundigen, nach welchen Stichwörtern das jeweilige Unternehmen gesucht wird. Eine Möglichkeit, das herauszufinden, ist etwa Googles "Insights for search".

Da sich die Algorithmen der Suchmaschinen wie Google oder Bing aber ständig ändern, sollten die Texte in regelmäßigen Abständen überarbeitet werden, raten Ornauer und Mandl. Nachdem im Sommer etwa der Google-Suchalgorithmus überarbeitet wurde, sind laut Ornauer viele Unternehmen vorgerutscht und andere nach hinten gefallen.

Gut gelistet in sechs Monaten

Wichtig ist bei einer Online-Kampagne auch, den Zusammenhang von Text und Technik nicht aus den Augen zu verlieren. So sollte man sich laut Expertin Ornauer im Vorfeld überlegen, mit welchem Programmierer man zusammenarbeitet. Ein großes Plus sei, wenn sich der Computer-Experte mit Suchmaschinen-Optimierung auskennt.

Bis im Internet erste Erfolge der Marketing-Maßnahmen zu sehen sind, dauert es im Durchschnitt ein halbes Jahr, sagt Ornauer. Die Trainerin fügt hinzu: "Manchmal kann man allerdings auch schon innerhalb eines Monats gut gelistet sein."