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Lesern geht es prächtig

Von Bernhard Baumgartner

Kommentare

Sie sollten sich diesen Kommentar aufheben. Denn wenn Sie das nächste Mal am Frühstückstisch gerügt werden, wieso sie sich schon wieder hinter unserer Zeitung verstecken, sollten sie ihn zur Hand haben. Denn das Lesen der Morgenzeitung sehen Leseexperten als wichtige Vorbildfunktion, die nicht zuletzt den Kindern vermittelt, dass Lesen durchaus auch ein Wert ist. Man bleibt mit der Außenwelt in Kontakt, nimmt am öffentlichen Diskurs teil und ist stets gut informiert.

Lesen muss man als Kind nicht nur lernen, man muss es auch von den Eltern vorgelebt bekommen. Wenn schon die Eltern lieber vor der Glotze sitzen oder das einzige interessante Buch im Haus Opas Sparbuch ist, warum sollte dann der Nachwuchs ein Buch zur Hand nehmen?

Doch die Experten machen mit ihrer neuen Studie Mut. Denn das Lesen als Kulturtechnik ist keineswegs unter Druck, wie man vielleicht anhand des Siegeszuges der neuen Medien glauben sollte. Im Gegenteil: Es wird in Summe mehr gelesen als je zuvor. Sogar die Verleihzahlen der oft nicht als Hort der Coolness gehandelten Bibliotheken steigen.

Ein interessantes Detail ist dabei, dass es entgegen aller Vorurteile nicht die Jugendlichen sind, die den Schnitt drücken. Sie lesen demnach täglich gar 43 Minuten lang ein Buch während die über 50-Jährigen nur 38 Minuten lesen. Absolut kein Grund also für die älteren Jahrgänge, den Untergang des literarischen Abendlandes durch die böse Jugend heraufzudräuen zu sehen. Und das alles wissen Sie, weil Sie es - genau - gelesen haben.