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Letzte Chance für "Wetten, dass..?"

Von Bernhard Baumgartner

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"Markus - wer?", ist man versucht, zu sagen. Der neue Moderator, der sozusagen als Verweser nach dem abgetretenen TV-Dino Thomas Gottschalk die Sendung "Wetten, dass..?" übernehmen soll, ist breiten Teilen des deutschsprachigen TV-Publikums maximal am Rande bekannt. Der Stein, der ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut vom Herzen gefallen ist, muss mittlerweile die Dimension eines Kleinplaneten gehabt haben. Denn für die Gottschalk-Nachfolge hagelte es durch die Bank Absagen aller Arten -durchaus auch von Leuten, die nie gefragt worden wären. Diese viel zu lange andauerende, peinliche Diskussion hat die Sendung in Wahrheit sturmreif geschossen. Wäre die Nachfolge von Thomas Gottschalk anzutreten nicht schon alleine für sich ein Himmelfahrtskommando, hat Markus Lanz nun auch noch das Image des wirklich allerletzten Notnagels anhaften, noch bevor er überhaupt seinen ersten Satz als Moderator der Show gesagt hat. Dennoch hat die Show, die es seit 1981 im deutschsprachigen Fernsehen gibt, eine Chance. Und die liegt kurioserweise darin begründet, dass Lanz - er moderiert einen Talk und eine Kochshow - für viele ein unbeschriebenes Blatt ist. Nun kann man "Wetten, dass..?" ungeniert reformieren und versuchen, die Show der Achtziger Jahre ins 21. Jahrhundert zu hieven. Lanz muss den Bruch nicht forcieren. Er kann aufbauen, wo andere, wenn die Nachfolge glatt und reibungsfrei vonstatten gegangen wäre, wohl noch mit der Demontage der Reste beschäftigt gewesen wären. Ob das klappt, wird man sehen. Eine kleine Chance besteht jedoch.