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Letzte Chance genützt: Neos schaffen Einzug

Von Teresa Reiter

Politik

Wien. Die Neos gaben sich den ganzen Tag über optimistisch. Schon bei ihrer eigenen Stimmabgabe um 11 Uhr in ihrem ehemaligen Gymnasium in der Wasagasse trat Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger betont gelassen auf, als hätte sie bereits gewonnen. "Es wird ein guter Sonntag für uns. Wir haben gute Arbeit gemacht und viele Leute erreicht", sagte Meinl-Reisinger.

Überdurchschnittlich schnitten die Neos vor allem in den inneren Bezirken ab, aber auch in Döbling, Währing, Hietzing und sogar in Hernals. "Ich glaube, dass das eine klare Entscheidung der Menschen für Veränderung war", sagte Meinl-Reisinger. Sie will sich, wie im Wahlkampf angekündigt, mit den Themen Bildung und "Bekämpfung von struktureller Korruption" beschäftigen, wie sie erklärte. Erst vergangene Woche hat sie ihr Mandat im Nationalrat zurückgelegt.

Für die Neos war Wien so etwas wie die letzte Chance auf Zukunft. Zwar schafften die Pinken auf Anhieb den Einzug in den Nationalrat vor zwei Jahren, danach gelang ihnen der Einzug jedoch nur in den Landtag von Vorarlberg, der Heimat von Parteichef Matthias Strolz. Ohne Wien hätte das pinke Projekt wohl kaum eine Zukunft gehabt. Von den 50.000 Stimmen bei der Wien-Wahl kamen 19.100 von der ÖVP und 11.000 von den Grünen.

"Haben Druck aufgebaut"

"Den Schwung müssen wir mitnehmen", sagte Strolz zur "Wiener Zeitung". "Wir lernen von Wahl zu Wahl. Wir sind eine junge Bewegung und konnten auch alles umsetzen, was wir in der Steiermark und im Burgenland besser hätten machen können", so Strolz.

"Wir haben Druck aufgebaut in verschiedenen Themen. Wir haben in den letzten Monaten 25.000 Unterschriften gesammelt, um das politische System abzuspecken und Geld freizumachen für Bildung und mit diesen Anliegen werden wir weiter Druck machen. Ob das in Opposition oder Regierung ist, wird man sich in den nächsten Tagen und Wochen anschauen müssen. Aber wir haben inhaltliche Anliegen. Wir wollen dieses versteinerte System aufbrechen. Ein System, das sich selbst genug ist und eines, das die echten Sorgen der Menschen aus den Augen verloren hat. Ich glaube, da sind wir heute einen großen Schritt weitergekommen."