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Libro bleibt für Stahrlinger weiter Übernahme-Thema

Von Petra Medek

Wirtschaft

Das Thema Libro-Übernahme ist für den oberösterreichischen Papier-, Büro- und Schreibwarengroßhändler Anton Stahrlinger, Chef der PBS Austria, noch nicht vom Tisch. Sollte sich eine Gelegenheit ergeben, werde er ein neues Angebot für die in Ausgleich befindliche Buch- und Medienhandelskette legen.


Jede Reaktivierung des Themas bedeute jedoch ein Zurück an den Start, meinte der Vorsteher des Bundesgremiums Papierhandel in der Wirtschaftskammer Österreich gestern, Donnerstag, in einer Pressekonferenz. Er erwarte aber, dass die entsprechenden Personen auf ihn zukämen.

Da es für PBS außer Libro keine weitere Wachstumsmöglichkeit im Inland gebe, seien Akquisitionen im Ausland angesagt. Zur Finanzierung sei ein Börsegang der PBS denkbar.

Der Crash von Libro sei auf den massiven Spannenverfall zurückzuführen, den die Handelskette selbst verursacht habe. "Libro hat einen Verdrängungswettbewerb angezettelt", so Stahrlinger. Die Insolvenz habe in der Branche jedenfalls bereits Spuren hinterlassen: Seit dem Beginn der Krise im März habe die PBS Umsatzzuwächse von 15% verzeichnet, im Juli sogar ein Plus von 50% - was jedoch nicht allein darauf zurückzuführen sei, so Stahrlinger. Die Fachgeschäfte, die die PBS beliefert, hätten sogar 20% mehr umgesetzt.

Euro als Zäsur für den heimischen Papierfachhandel

Eine Zäsur werde die Euro-Umstellung für den heimischen Papierfachhandel darstellen, meinte Stahrlinger. Das "große Fachhändler-Sterben" sei zwar vorbei, jedoch könnten 10 bis 15% vom Zusperren bedroht sein. Vielen heimischen Fachhändlern fehlten entsprechende Warenwirtschaftssysteme, außerdem gebe es nach wie vor Preise im Groschenbereich, die künftig nicht mehr darstellbar seien. "Manche verkaufen heute noch einzelne Blätter Kopierpapier, das wird sich aufhören", so Stahrlinger. Zudem habe Auf- oder Abrunden im Papierhandel Auswirkungen von bis zu 20%. Derzeit gibt es in Österreich rund 700 Papierfachhändler.