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Lichtschwert kennen du musst!

Von Christina Böck

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Ein Donnerstag im Dezember 2015 an der Kassa eines Elektronikgeschäfts. "Wollen Sie den Gratis-Star-Wars-Lichtschwert-Schlüsselanhänger?" - "Nein, der liegt bei mir nur herum." Ehrlich-fassungslose Augenpaare ringsum, ein paar davon folgen gierig dem Lichtschwertchen zurück in die Lade. Wir schreiben die Tage vor dem Kinostart von "Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht". Der Mann, der kein Lichtschwert wollte - er ist eine Ausnahme. Denn es ist keine Übertreibung zu sagen: Die Menschen - zucken - aus. Vor Vorfreude. Also jener Teil der Menschheit, der weiß, was ein Lichtschwert ist. Und das ist nicht der kleinste.

Dafür hat die Popkultur in den vergangenen 30 Jahren gesorgt. Selbst, wer noch nie einen der Science-Fiction-Filme von George Lucas gesehen hat, weiß wahrscheinlich, dass Ross aus der TV-Serie "Friends" einen Prinzessin-Leia-Fetisch hatte, den Freundin Rachel zu bedienen trachtete. Und selbst wer einen Wookiee nicht von einem Ewok unterscheiden kann, weiß wahrscheinlich, dass Barney Stinson in der Serie "How I Met Your Mother" einen Stormtrooper im Wohnzimmer stehen hat. Viele TV-Produktionen, die das Lebensgefühl der 30- bis 40plus-Generation auf den Punkt bringen, bersten vor "Krieg der Sterne"-Anspielungen. George Lucas’ Weltraumsaga ist Grundbaustein für ein neues Bildungsbürgertum geworden, eine Art Homer der Popkultur. (Nicht der gelbe Homer.) Die Wirkmacht von "Star Wars" ist nicht zu unterschätzen. Wahrscheinlich gäbe es nicht einmal Katzenvideos im Internet ohne "Star Wars"! Zumindest nicht die, in denen Katzen "Star Wars" nachspielen.