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Liebe Deine Serben

Von Clemens Neuhold

Politik
Heinz Christian Strache versucht die serbische Community anzusprechen. Die Nächstenliebe gelte auch für "gut integrierte Zuwanderer".
© Neuhold

Nächstenliebe wegen "gemeinsamer Geschichte und Tradition".


Wien. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat die Zone der Nächstenliebe offiziell auf Zuwanderer mit serbischen Wurzeln ausgedehnt. Im Magazin "Kosmo" hat er sein Wahlplakat "Liebe deine Nächsten" um den Zusatz "Für mich sind das auch gut integrierte Zuwanderer" erweitert und spricht gezielt die serbische Community an. Bisher war Straches Nächstenliebe auf Österreicher eingeschränkt ("für mich sind das unsere Österreicher"). Das hatte ihm die Kritik der Kirche eingebracht.Kosmo ist ein Magazin in serbischer, bosnischer und kroatischer Sprache und wird von einigen Werbern wie Politikern als Draht zur serbischen Community verstanden.

Seine Nächstenliebe für die "Österreicher mit serbischen Wurzeln" begründet Strache mit der "gemeinsamen Geschichte und Tradition". Was hier mitschwingt: Mit den türkischstämmigen und muslimischen Zuwanderern gibt es diese gemeinsame Geschichte und Tradition nicht. Die gemeinsame Geschichte der Serben und Österreicher dürfte Strache dabei rosiger interpretieren als die meisten Historiker.

Am Bild ist er mit der selben jungen Frau zu sehen wie auf den, nur an Österreicher gerichteten, Plakate. Sie wurde also nicht extra durch eine Österreicherin mit serbischen Wurzeln ersetzt. Sehr wohl dominant ins Bild gerückt: Die Brojanica – ein kordelähnliches Armband, das einen Rosenkranz symbolisieren soll, mit dem Kreuz der serbischen Orthodoxie als Verschluss. Damit signalisierte Strache schon früher seine Verbundenheit zur großen serbischen Wählergruppe, die er vor allem in Wien braucht. Denn in der großen türkischen Community schlägt ihm wegen seines Kampfes gegen den Türkeibeitritt zur EU, den "Vormarsch des Islamismus" oder wegen seiner Politik speziell für "Christen" nur wenig Nächstenliebe entgegen.