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Liebenswerte Nerds und Tussen

Von Mathias Ziegler

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Wer hätte das gedacht: Da hat doch ProSieben nach "The Voice of Germany" ein weiteres Mal RTL in Sachen Castingshow gezeigt, wie man es richtig macht: mit "Beauty & The Nerd" (donnerstags, 20.15 Uhr, ProSieben).

Freilich, es ist schon recht fragwürdig, ob es moralisch richtig ist, jemanden als Nerd zu titulieren (auch wenn sie seit "The Big Bang Theory" eine sozial akzeptierte Randgruppe sind), nur weil er Pullunder und Zottelmähne trägt, schiefe Zähne hat und schüchtern ist - und wenn kesse Blondinen nicht "Satellit" buchstabieren können oder an den Fragen "Was ist eine Alliteration?" und "Was ist der Imperativ?" scheitern, fragt man sich, ob das alles wirklich echt ist.

Und trotzdem: Im Rahmen dessen, was ihnen ein so peinliches Showkonzept - jeweils eine Beauty und ein Nerd kämpfen in Zweierteams um 100.000 Euro, wobei jede Woche ein Paar rausfliegt und ein Nerd komplett umgestylt wird (achten Sie heute Abend auf Helge!) - vorgibt, haben die Gestalter dieser Sendung das Optimum herausgeholt. Denn die angeblichen Nerds werden nicht brutal vorgeführt und gedemütigt, sondern haben alle Möglichkeit, mit Humor und Charme zu punkten. Und die vermeintlichen Tussen entpuppen sich als handzahme und nette Mädchen, die vornehmlich auf die inneren Werte der Nerds schauen (auch wenn sie sich natürlich dann auch über die verhübschte "Version 2.0" freuen). Und so beweist das neue Format letztendlich: Jeder Mensch ist schön - man muss es nur erkennen.